Deine Stellung zur Welt
Der größte Prüfstein im Leben eines Christen ist sein Verhältnis zur Welt. Wie kann er bestehen?
"Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit." (1.Johannes 2,15-17)
Der größte Prüfstein im Leben eines Christen ist sein Verhältnis zur Welt. Für manche Christen scheint es schwer zu sein, von gewissen weltlichen Dingen, die sie gefangen halten und hindern, frei zu werden. Es scheint ihnen so leicht, an Dingen festzuhalten, die Hindernisse für ihr geistliches Wachstum sind. Es gibt in der Heiligen Schrift verschiedene Abschnitte, die von dem Verhältnis des Christen zur Welt sprechen. Jesus hat gesagt: "... weil ihr aber nicht von der Welt seid." (Johannes 15,19). Der Apostel Paulus sagt: "Und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt." (Titus 2,12).
Derselbe Apostel nimmt in dem Brief an die Epheser Stellung und bezieht sich auf die Zeit vor ihrer Bekehrung.
"Und auch euch, da ihr tot wäret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens." (Epheser 2,1-2). "Dass ihr zu derselben Zeit wäret ohne Christum, fremd und außer der Bürgerschaft Israels und fremd den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet und wäret ohne Gott in der Welt. Nun aber seid ihr, die ihr in Christo Jesu seid und weiland ferne gewesen, nahe geworden durch das Blut Christi."(Epheser 2,12-13). Hier wird der gewaltige Unterschied zwischen der Zeit vor und nach der Rettung dieser Menschen gezeigt. Vor ihrer Rettung folgten sie dem Lauf dieser Welt und dem Verlangen des Bösen. Doch jetzt ist es anders geworden, weil sie Christus kennengelernt haben. In 2.Timotheus 4,10 schreibt der Apostel: "Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen." Eindrucksvoll wird erklärt in Jakobus 4,4 "ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, dass der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein."
Wer ein wahrer Christ sein will, muss hören und beachten was das Wort Gottes über dein Verhältnis zu dieser Welt der Sünde sagt. Wenn ein Mensch Christ wird und in seinem Leben eine Umwandlung erfahren hat, müssen unbedingt viele Dinge, Wege und Freuden dieser Welt aufgegeben werden. Den Grund dafür sagt uns Johannes in seinem ersten Brief im 5.Kapitel Vers 19 "... weil die ganze Welt im Argen liegt." Gewiss kann jeder, der diese Welt vorurteilsfrei betrachtet, sehen, dass sie sich im großen und ganzen von Gott abgewandt hat und von aller Art von Unreinheit und Schlechtem voll ist. Die Menschen der Welt lieben Schlechtes und Unreines. Die meisten Freuden der Welt sind mit Unreinem verbunden. Fast alles dreht sich bewusst um Verbrechen, Gräuel und Sex.
Der Geist der Welt ist ein Geist der Gleichgültigkeit den Dingen Gottes gegenüber, wenn nicht gar des bewussten Hasses auf Christus. "Die Absicht Satans besteht aber darin, uns so zu führen, dass wir das Ende der Zeit in weite Ferne gerückt wähnen. Der Feind der Seelen wird auf jede nur denkbare Art alle angreifen, die sich zu dem Volk bekennen, die Gottes Gebote halten und das zweite Kommen unseres Heilandes "in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit" erwartet. Er wird so viele wie möglich dazu verleiten, den unheilvollen Tag hinwegzudenken, in der geistigen Haltung der Welt ähnlich zu werden und ihre Gewohnheiten nachzuahmen. Ich war bestürzt, als ich erkannte, dass weltliche Gesinnung die Herzen und Sinne vieler Menschen beherrscht, die sich in besonderer Weise zur Wahrheit bekennen." (Ellen G. White, Schatzkammer der Zeugnisse Band 1, Seite 462).
Je mehr wir uns der Sache Jesu zuwenden, desto weniger Anziehungskraft haben die Dinge der Welt für uns.
Am letzten Abend, an dem Jesus vor Seiner Kreuzigung mit Seinen Jüngern zusammen war, zeigte Er ihnen dass sie, obwohl sie in der Welt lebten, doch nicht von der Welt waren.
Genau das ist für uns Christen unsere Stellung in dieser Welt. Er hat uns aus den Menschen der Welt herausgerufen und uns als Sein auserwähltes Volk für sich abgesondert. Gott lässt uns auf dieser Welt, damit wir für andere den Weg erhellen. Deshalb steht es uns nicht zu, uns in Klöster zu verschanzen oder uns von den Menschen der Welt zurückziehen. Wir sollen wie Kinder Gottes mitten in einer Welt, die voll Bosheit ist, leben, "damit wir die Tugenden dessen verkündigen, der uns berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht." (1.Petrus 2,9).
Schließlich ist die Welt ein so leerer, unbefriedigender Ort. Wenn du das Buch "Prediger" im Alten Testament liest, siehst du, wie Salomo alles ausprobierte, was die Welt ihm bieten konnte, aber darin weder Befriedigung noch Frieden fand.
Am Anfang des 2. Kapitels berichtet er, wie er sich dann der Freude und dem Vergnügen zugewandt und die Freuden der Welt ganz ausgekauft hat. Ein wenig später lesen wir, wie er versucht hat, das Verlangen seines Herzens mit dem Reichtum der Welt zu stillen. Alles, was man mit Geld kaufen kann, erwarb er und glaubte, das würde ihm bestimmt Befriedigung verschaffen. Doch seine Schlussfolgerung aus all dem war, "dass all dies Haschen nach Wind und Eitelkeit ist." (Prediger 2,11). Wenn je ein Mensch in der Lage war, die Welt voll und ganz auszukosten, dann war es Salomo.
Alle diejenigen, die lange genug auf den Wegen der Welt gegangen sind, werden zu dem gleichen Schluss wie Salomo kommen: "Alles ist leer und eitel."
"Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Matthäus 16,26)
Die Welt lockt mit aller Macht und verspricht den Menschen Befriedigung, aber sie enttäuscht und betrügt. Sie kann ihr Versprechen nicht halten. Sie lässt das Leben unbefriedigt und die Seele kalt und hungrig. Oft machen gerade die Menschen, die den größten Reichtum der Welt angehäuft und alle ihre Freuden ausgekostet haben, ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende.
Der Christ sollte vielmehr nach dem handeln, was Paulus in Kolosser 3,1-2 sagt: "Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist." Wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz. Wenn unser Schatz im Himmel ist, dann wird unser Sehnen auf Himmlisches gerichtet sein; aber wenn unser Schatz hier auf Erden ist, dann werden wir natürlich an den Dingen der Erde hängen.
"Ich konnte diese Männer bei ihrem Streben nach irdischem Besitz beobachten; Mit wie viel Fleiß, Ernst und Tatkraft schaffen sie am Erwerb dieser Schätze, die doch bald dahinschwinden! ... Wenn überhaupt jemand der Augensalbe bedarf, dann ist es der Wohlhabende." (Ellen G. White, Schatzkammer der Zeugnisse Band 1, Seite 37)
Wo ist dein Schatz?
Wenn die Liebe Gottes in unser Herz eingedrungen ist und unsere Seele erfüllt, dann lieben wir nicht die Dinge der Welt, die Christus abweisen und hassen, sondern das, was droben bei Christus ist. Wenn unser Verhältnis zu Christus richtig ist, dann wird es auch unser Verhältnis zur Welt sein. Sollte aber dennoch dir die Entscheidung schwer fallen, ob du etwas Bestimmtes tun oder lassen sollst, dann stelle dir folgende Fragen:
1) Gefällt es Christus?
2) Verherrlicht es Gott?
3) Würde Jesus es tut?
4) Wird es mein Zeugnis als Christ andere stärken?
5) Wird es mir in meinem Christenleben helfen?
Gott sagt uns was wir als Christen tun wollen:
"Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, und wisset, dass ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christus." (Kolosser 3,23-24).
"Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn." (Kolosser 3,17).
Als Christen sollte es uns nicht interessieren, wie nahe wir an das Feuer herangehen können, ohne uns zu verbrennen, sondern wie weit wir vom Feuer entfernt bleiben können. Die Heilige Schrift sagt: "Meidet allen bösen Schein." (l.Thessalonicher 5,22).
Kein Mensch ist von seiner Bekehrung an bis zu seinem Heimgang zum Herrn vollkommen gewandelt. Stolperst du, dann lass dich nicht von Satan entmutigen oder niedergeschlagen machen. Steh auf, bekenne Deine Sünden und eile weiter! Eile dem Ziele zu! Die Belohnung winkt!
Einige Hinweise möchten wir noch betrachten:
1) Richte den Blick nicht zu sehr auf Menschen.
David hat vor langer Zeit gesagt: "Es ist gut, auf den Herrn vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen." (Psalm 118,8).
Einige Christen sind entmutigt worden, weil sie ihr Augenmerk zu sehr auf irgendeinen anderen Christen gerichtet haben, den sie als vollkommen betrachteten. Wenn dann dieser Christ sündigte, konnten sie es nicht verstehen. Es ist gut zu anderen Christen aufzublicken, besonders zu älteren, stärkeren Christen und Hilfe von ihnen zu empfangen. Wir sollen aber immer daran denken, dass selbst der beste Christ den wir kennen, nur ein Mensch ist. Er kann uns bitter enttäuschen. Es ist ein ernster Schlag, wenn jemand, den du als wahren Christen betrachtet hast, vielleicht ein Diener des Evangeliums, in Sünde fällt. Doch wenn deine Augen auf Jesus, anstatt auf einen Menschen gerichtet sind, fällst du nicht, auch wenn du durch solche Erfahrung enttäuscht wirst. Der Apostel Paulus hat gesagt: "Darum auch wir, dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten auf den Stuhl Gottes." (Hebräer 12,1-2).
Manche Leute bekehren sich zu einem Diener des Evangeliums, anstatt zu Christus: Solche Menschen sind Kandidaten für einen Fall. Solange du deine Augen auf Jesus richtest, wirst du nie enttäuscht.
2) Richte dein Herz und dein Verlangen nicht zu sehr auf materielle Dinge!
Erinnere dich, dass die Schrift sagt: "Denn Geiz ist die Wurzel alles Bösen." (1.Timotheus 6,1O).
Paulus, der diese Worte dem jungen Timotheus schrieb, warnte weiter: "Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis." (l.Timotheus 6,9).
In der ganzen Heiligen Schrift wird dem Kind Gottes die Gefahr des Reichtums und materiellen Wohlstandes gezeigt. Jesus hat oft von ihr gesprochen. Er hat immer wieder betont, wie schwer es für einen Reichen ist, in das Himmelreich zu kommen.
Als Er das Gleichnis von der Saat und dem Sämann erklärte Er: "Die Sorgen dieser Welt und der betrügliche Reichtum und viele andere Lüste gehen hinein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht." (Markus 4,19).
Materieller Reichtum ist in der Tat betrügerisch. Je mehr Güter dieser Welt man anhäuft, desto mehr wächst das Verlangen noch mehr zu bekommen. Manche Christen sind so mit der materiellen Seite des Lebens beschäftigt, dass sie Gebet, Bibellesen, Seelengewinnen und alle anderen geistlichen Dinge vernachlässigen. Sie kümmern sich so sehr um ihre Arbeit und wollen um jeden Preis den Reichtum dieser Welt anhäufen. An einer anderen Stelle sagt Christus:
"Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen." (Matthäus 6,19-2O).
Immer wenn du merkst, dass das Verlangen nach Geld zu viel Macht über dich gewinnt, geh ins Gebet zu Gott und bitte Ihn um Sieg über dieses Verlangen.
3) Schließe keine Freundschaften mit ungeistlichen Menschen.
Eine der wichtigsten Fragen im Leben eines jeden jungen Christen ist die der Wahl des richtigen Ehepartners. Es gibt keinen Schritt, bei dem du die Führungen nötiger brauchst als in diesem Punkt. Für einen Christen ist es eine Tragödie, mit einem Menschen in der Ehe verbunden zu sein, der in den Dingen Gottes nicht mit ihm oder ihr in Einigkeit wandeln will. Ich weiß von vielen solchen Fällen, die wirklich herzzerbrechend sind.
In der Bibel lesen wir von Simson, einem jungen Mann, dem wegen einer unbeherrschten Zuneigung zu der falschen Frau Gottes reichste Segnungen verloren gingen, und der die letzte Hälfte seines Lebens in Unglück und in Verzweiflung verbrachte.
Zu allererst - warte auf Gott bei der Wahl deines Lebensgefährten oder deiner Lebensgefährtin. Denke an jene bekannten Verse aus Psalm 37,5 "Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihm; er wird’s wohl machen."
Sie ist eine besonders gute Verheißung, auf die man sich bei der Wahl eines Lebensgefährten stützen kann.
Nur wenn es dein einziges Verlangen und deine einzige Freude ist, den Willen Gottes zu tun, kann Er dir den Partner geben, der die Antwort auf all das Verlangen deines Herzens ist, der dich innig liebt, und den du wiederum wirklich liebst.
Wenn du deinen Weg dem Herrn befiehlst und wenn du Ihm in deiner Angelegenheit vertraust "wird Er es wohl machen." "Erlaube nicht deinen natürlichen Neigungen oder Leidenschaften, dich in dieser Sache vom Weg abzubringen: Heirate nicht einfach irgendeinen Menschen, der um dich anhält oder einen, auf den du dein Augenmerk gerichtet, ohne zu beten und Führung vom Herrn zu erwarten (Denke daran, dass die Ehe eine lebenslängliche Angelegenheit ist, die nicht gelöst werden kann, bis Gott es durch den Tod tut." (G. Christian Weiss, "Wie lebt man als wahrer Christ?" Seite 114).
Was für einen Menschen solltest du heiraten? Als Christ kannst du nur erwägen, einen Menschen zu heiraten, der bestimmte Vorbedingungen erfüllt. Vor allen muss derjenige, den du heiratest, ein Christ, ein Glied der Gemeinde sein. Die Bibel sagt klar und deutlich:
"Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen." (2.Korinther 6,14). Wenn du dieses ausdrückliche Gebot Gottes unbeachtet lässt, wirst du es in späteren Jahren bereuen. Erlaube dir unter keinen Umstanden, jemanden der nicht gerettet ist, einen Heiratsantrag zu machen oder einen Antrag von einem Ungeretteten anzunehmen. Sei fest in diesem Entschluss!
Mach es jedem Menschen, der dich offenbar liebt, klar, dass du nie das Heiraten in Erwägung ziehen wirst, ehe du in Christo mit ihm vereint bist. Aber gerade hier musst du vorsichtig sein. Vergewissere dich, dass du nicht diesen Menschen zu einem nur unechten Bekenntnis des Glaubens bewegst, das er nur ablegt, um dich heiraten zu können. Heirate keinen Menschen, mit dem du nicht vor der Ehe beten kannst. Wer diese Regel befolgt wird es nie in seinem Leben bedauern. Einer richtigen Zeit des Kennenlernens und Verlobungszeit folgt eine richtige Ehe. Wenn die Zeit des Kennenlernens und die Verlobungszeit zuchtvoll ist, und wenn in ihr viel gebetet wird, wird sie nicht in einer schlechten Ehe enden.
Bist du bereit, auf Gott zu warten, dass Er Dir einen Lebensgefährten zeigt? Deshalb liebe Jugend: Warte auf den Herrn!
Eine glückliche Ehe und ein glückliches Heim sind der Vorgeschmack des Himmels. Eine unglückliche Ehe und ein unglückliches Heim können eine Miniaturhölle sein. Lies noch 2.Korinther 2,17-18.
Wahre Liebe
Liebe ist eine kostbare Gabe. Die Liebe ist göttlichen Ursprungs. Wer sich von wahrer Liebe leiten lässt, ist weder unvernünftig noch blind. Sie ist rein und heilig.
Wer eine Ehe eingehen will, achte deshalb sorgfältig auf jede Regung und jeden Wesenszug des andern, mit dem er sich fürs Leben verbinden will. Er hüte sich vor jedem Schritt, der dem Anstand, der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zuwiderläuft und nicht in der festen Absicht geschieht, Gott zu gefallen und ihn zu ehren. Die Ehe beeinflusst das ganze Leben und zugleich unser ewiges Schicksal. Kein ernster Christ wird sich hier mit Absichten tragen, die Gott nicht gutheißen kann. Holt euch Rat.
Wer gottesfürchtige Eltern hat, teile ihnen seine Hoffnungen und Absichten mit und hole sich Rat von ihnen. Wenn man beachtet, was das Leben sie gelehrt hat, wird man vor manchem Herzeleid bewahrt bleiben. Vor allem aber muss Christus unser Berater sein. Wir müssen sein Wort unter Gebet erforschen.
Ein junges Mädchen wird sich bei solchen Ratgebern nur den zum Lebensgefährten erwählen, der lauter und rechtschaffen, tatkräftig und mannhaft ist, dabei Gott liebt und fürchtet. Der junge Mann wird nur das Mädchen als Gehilfin heimführen, welche die ihr zufallenden Lasten des Lebens tragen, ihn durch ihren Umgang veredeln und bessern und durch ihre Liebe glücklich machen kann.
Rechte Gefährten
In der Auswahl von Freunden und Gefährten sollte die christliche Jugend sehr vorsichtig und sorgfältig sein. Hütet euch davor, dass ihr nicht unedles Metall für reines Gold haltet!
Weltliche Verbindungen wirken sich leicht zu Hindernissen aus für den Dienst, den ihr Gott schuldet. Viele Seelen gehen durch unglückliche Verbindungen im Beruf oder in der Ehe zugrunde, weil diese niemals aufwärts führen und veredeln können. Gottes Volk sollte sich unter keinen Umständen auf einen so Gefährlichen Boden wagen. Gott hat die Ehe zwischen Gläubigen und Ungläubigen verboten. Nur zu oft folgen unbekehrte Herzen ihren eigenen Neigungen und gehen Verbindungen ein, die Gott nicht gutheißt.
Beweise der Liebe
Jedes Mädchen sollte sich, bevor sie ihre Hand zur Eheschließung gibt, fragen, ob der, mit dem sie ihr Schicksal verbinden will, auch würdig ist. Wie war sein bisheriges Leben? War er rein und lauter? Zeigt seine Liebe, die er dir bekennt, edle, aufwärts gerichtete Eigenschaften, oder ist sie nur ein leidenschaftliches Verlangen? Besitzt er einen Charakter, der Glück gewährleisten kann? Wird sie ihre innere Selbstständigkeit behalten können, oder muss sie ihr Urteil und Gewissen ihrem Gatten unterstellen? Kann sie in dieser Verbindung Frieden und Freude finden? Als Christi Jüngerin gehört sie nicht sich selbst; sie wurde teuer erkauft. Haben die Ansprüche des Heilandes den Vorrang? Können Seele und Leib, Gedanken und Vorsätze rein und heilig erhalten bleiben? Diese Fragen sind für das Wohlergehen jeder Frau, die eine Ehe eingehen will, von lebenswichtiger Bedeutung. Allein wo Christus herrscht, kann wahre, tiefe und selbstlose Liebe gedeihen.
Die Familienbande sind die innigsten, zartesten und heiligsten auf Erden. Sie waren dem Menschen zum Segen bestimmt. Und sie sind auch ein Segen überall da, wo man die Ehe verständig, in der Furcht Gottes und unter der erforderlichen Rücksicht auf ihre Anforderungen eingeht.
(Zitate aus dem Buch Ruf an die Jugend von Ellen G. White, Seiten 275-279).

