Tsunami
Wie konnte Gott so etwas zulassen?
Noch vor zwei Monaten hätten die meisten Menschen mit dem Wort Tsunami nichts anzufangen gewusst. Seit dem 26. Dezember 2004 jedoch, als die Riesenwellen, auch Monsterwellen oder Todeswogen genannt, über 250.000 Menschenleben mit unvorstellbarer Gewalt in den Tod rissen, bringen die Medien das Phänomen auch mit biblischen Begriffen in Verbindung. So ist von Sintflut, Apokalypse und jüngstem Gericht die Rede. Der Spiegel, der oft genug die Meinungen der Gottesleugner vertritt, schrieb diesmal von "Szenen aus der biblischen Endzeit". Wie aber kommentieren Christen, die den "allmächtigen Gott" nur als "liebenden Vater" predigen, dieses gewaltige Ereignis?
Natürlich fehlen auch den Gläubigen, angesichts der Berge von zum Teil grausam verstümmelten Leichen, zerstörter Natur, vernichteter Existenzen und unsagbarem menschlichen Leid, die Worte, um das Geschehene angemessen zu beschreiben. Bisher ist von 280.000 Toten die Rede. Es sind Inder, Indonesier, Thailänder und Urlauber aus Europa und Amerika, Erwachsene und Kinder, Hindus, Buddhisten, Moslems, und von 18.000 Christen unter den Toten ist die Rede.
Wie kann Gott das zulassen?
Wieder und wieder wird diese Frage wie nach jeder schweren Katastrophe gestellt. Sollen wir nun angesichts des großen Leides einfach ehrfurchtsvoll schweigen? Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich meinte: Die Schreckensmeldungen der vergangenen Tage könnten "die Menschen am Glauben verzweifeln lassen." Und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Peter Steinacker sagte, der Tod von mehr als 100.000 Menschen bringe die quälende Frage mit sich, "ob Gegenwart und Zukunft nicht einfach blindes Schicksal seien, das einem irgendwie zustoße, gleichgültig, was man denke, tue oder lasse." Aus demselben Anlass spricht der Evangelikale Theologe Professor Karsten Lehm kühler von der Universität Straßburg: "Es gehört zu den verborgenen Seiten Gottes, die wir nicht erklären können." (Idea 6. Januar 2005, Seite 18). So ähnlich könnten sich heidnische Priester vergangener Zeiten, die im Dienste rachsüchtiger und oft blutdürstiger Götter standen, auch ausgedrückt haben. Deutlicher haben sich da islamische Geistliche in ihren Freitagspredigten ausgedrückt. Sie erklärten die Flutkatastrophe sei Ausdruck des Zornes Allahs, da die Welle Gebiete des westlichen Tourismus, der Prostitution und Unmoral getroffen habe.
Besonders betroffene Gebiete
Als Gebiete mit den schlimmsten Verwüstungen werden die thailändischen Badestrände von Khao Lak und Phuket mit den luxuriösesten Hotels der Welt genannt. Tatsächlich sind diese Strände seit Jahrzehnten die Anziehungspunkte für Sextouristen aller Art. Als besonderes Angebot galt die Kinderprostitution. Andere suchten spirituelle Hilfe für Körper, Seele und Geist in buddhistischen Zentren oder bei hinduistischen Gurus, in Meditationskursen, Yoga- Übungen und Ayurveda-Kuren.
Die meisten Todesopfer gab es auf der indonesischen Insel Sumatra in der Provinz Aceh. Gelegentlich wird von Bürgerkrieg gesprochen, wenn sie genannt wird, und dass Ausländer, auch Helfer, dort nicht erwünscht sind. In dieser Provinz wurde vor zwei Jahren ein islamischer Gottesstaat ausgerufen. Seither sind sämtliche christliche Aktivitäten verboten. Die Christen hatten Schweres zu erdulden. Die Wenigen, die dort noch leben, bilden eine Untergrundgemeinde. Schwere Verwüstungen werden auch von den Küstengebieten Südindiens und Sri Lankas gemeldet. Dort wütet seit 20 Jahren ein brutaler Bürgerkrieg, in dem Selbstmordattentäter und Kindersoldaten eingesetzt werden. Die hinduistischen Tamilen wollen dort einen eigenen Staat errichten. Auch gegen Christen gab es blutige Ausschreitungen und brutale Vertreibungen und immer wieder Zerstörungen ihrer Kirchen. Von dort wird berichtet, "nur die christlichen Steinkirchen sind stehen geblieben." Sie boten den Gläubigen Schutz, die dort gerade der Geburt des Erlösers gedachten.
Gewiss, es traf auch viele Christen. "Am schlimmsten den Wallfahrtsort Velankanni, der am Sonntag nach Heiligabend von Pilgern überfüllt war. Hier starben mindestens 1.850 Menschen." Sie waren zur Kirche "Maria Hilf" gepilgert. Ob ihnen niemand gesagt hat, dass Hilfe allein beim lebendigen Gott ist? An einem anderen Ort seien bei einer Messe etwa 800 Personen umgekommen. Das Messopfer wird bei den bibeltreuen Protestanten als Inbegriff des Götzendienstes betrachtet, weil sich nach der Lehre der katholischen Kirche dabei die Hostie in den leibhaftigen Christus verwandele.
In der Gegend von Phuket und Khao Lak, die am schlimmsten betroffen sind, lebt das Volk der Urak Lawoi. Die neuseeländische Bibelgesellschaft hat das Wort Gottes in ihre Sprache übersetzt. Seither wollen sie nach demselben leben. Ein Leiter dieses Volkes berichtet, dass keiner der Christen sein Leben verloren habe oder vermisst sei. Von unserer Gemeinschaft hat uns folgende Nachricht erreicht: "Die Reformationsbewegung hat Gemeinden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten. Die General-Konferenz teilt am 11.01.2005 mit, dass in den betroffenen Missionsfeldern Indien, Sri Lanka, Bangladesch und Indonesien keines der Gemeindemitglieder bei der Katastrophe umgekommen ist.
Josef Sunil, Leiter der Mission in Sri Lanka, konnte zusehen, wie die Welle kam und die Häuser in seiner Umgebung zerstörte. Er teilte mit, dass niemand unter den Geschwistern gestorben oder verletzt sei. Doch die Situation sei sehr kritisch, da die Seuchen- und Epidemiengefahr groß ist und es an allem Notwendigen fehlt. Durch die Flut wurde die Infrastruktur in der Region total zerstört. Die Gläubigen sehen solche Naturkatastrophen als eine Aufforderung, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen und ihren Mitmenschen mit der Verkündigung des Evangeliums und praktischer Hilfe zu dienen".
"Winnie Hofmann (28) Lehrerin an der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai im Norden Thailands berichtet, dass sie und zwei Freundinnen überlebt haben, weil ihr Boot Verspätung hatte. Sie wollten von Krabi eine Bootsstunde von Phuket entfernt am Morgen des 26. Dezember weiterfahren. Das Boot hatte eine Viertelstunde Verspätung. Als rund 20 Frauen und Männer eingestiegen waren, stellten sie fest, dass kein Wasser mehr unter dem Kiel war. Also alle noch mal raus und das Boot ein paar Meter weiter ins Meer schieben. Alle steigen wieder ein – und wieder ist das Wasser weg.
Da zeigt ein Thai warnend auf eine hohe Welle am Horizont. Rasch gehen alle an Land und steigen auf eine Erhöhung am Strand. Der weiße Streifen auf dem Meer kommt näher, seine Wucht wird an den vorgelagerten Inseln gebrochen, so kommt es zwar zu Zerstörungen, aber zu keinem Inferno. Wäre das Boot aber auf dem Meer gewesen, hätte es kaum eine Überlebenschance gegeben“. (Idea 6 .Januar 2005, Seite 16.17).
Rettung bei Wasser und Feuer
Welche Lektion sollen wir aus dieser Katastrophe lernen? Aus der Zeit Jesu wird uns berichtet: "Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen". (Lukas 13,1-5).
So sagt uns der Herr selbst, dass Unglücke und Katastrophen Warnungen vor noch größerem Unheil sind. Für die Endzeit sagt Jesus voraus: "...auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres..." (Lukas 21,25). Von dieser Zeit sagt der Herr, dass "die Ungerechtigkeit wird überhand nehmen und die Liebe in vielen erkalten." Er vergleicht sie mit den Tagen Noahs, als die Menschen Gott vergessen hatten und nur noch für diese Welt lebten (Matthäus 24,12.37.38).
Weiter sagt der Herr für diese Zeit: "Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen." (Matthäus 24,14). Zum Zeugnis bedeutet auch, dass sündhaftes Treiben wie Betrug, Gewalt und Unmoral, die sich frech und öffentlich, etwa beim Fasching oder am Christopher Street Day in Homoparaden zeigt. Diese Katastrophen zeigen auch, wie gefährlich der bloße Aufenthalt an den Stätten des Lasters und der Unmoral ist, einmal ganz abgesehen von ihrem verderblichen Einfluss auf Charakter und Leben. Wenn sich Gottes Kinder jedoch in der Nachfolge Jesu befinden und seinem Wort gehorchen, gilt ihnen die Verheißung: "Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen." (Jesaja 43,2).
Auch die Eingeborenen, die sich ihre Natürlichkeit bewahrt haben, wie die Bewohner der Andamanen und Nikobaren, haben überlebt, obwohl ihre Siedlungen total überschwemmt wurden. Als man die Orte sah, wo sie gewohnt hatten, rechnete niemand mit ihrem Überleben. Doch nach Tagen kamen sie wohlbehalten aus den Bergen und Wäldern zurück. Sie hatten am Verhalten der Tiere erkannt, dass große Gefahr im Anzug war, und brachten sich und ihre Familien rechtzeitig in Sicherheit.
Gott lässt es nicht zu, dass ganze Völker, Stämme oder Städte plötzlich und ungewarnt untergehen. Vor der Sintflut ließ er das Gericht 120 Jahre lang ankündigen. Wenn Menschen der Bußpredigt folgen, ist Gott bereit, das Strafgericht auszusetzen wie in Ninive, als Jona predigte, und er hätte es auch in Sodom getan, wenn nur 10 Gerechte dort gelebt hätten.
Die Ereignisse, die gegenwärtig in aller Welt geschehen, wie Erdbeben, Wirbelstürme, Hochwasser, Vulkanausbrüche, Dürrekatastrophen und Hungersnöte, hat der Herr selbst vor nahezu 2000 Jahren als Vorzeichen seines Kommens vorausgesagt. Im Hinblick darauf sagt er:
"Darum wachet..."
"Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." (Matthäus 24,42.35).

