Gesetz oder Gnade?
Leider gibt es in der Christenheit grundsätzlich zwei Extreme: Die einen sagen, man könne nur durch das Gesetz gerettet werden, und für die anderen ist das Gesetz hinfällig, da man ja aus Gnade errettet werde. Was nun? Die Bibel gibt darauf eine einfache, klare Antwort.
"Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde..." (1. Johannes Kapitel 3, Vers 9).
Und wie definiert die Bibel "Sünde"? "Wer sündigt, missachtet das Gesetz Gottes, denn Sünde bedeutet immer Auflehnung gegen Gottes Gesetz." (1. Johannes 3,4, NL: Neues Leben. Die Bibelübersetzung).
Die Zeit, in der wir in Unwissenheit gegen seine Gebote handelten, vergibt Gott in seiner Gnade; und allein durch diese Gnade können wir bereuen und bekennen: "Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun..." (Apostelgeschichte 17,30).
Allein durch den Glauben kann ein Mensch Jesu Opfer für sich persönlich in Anspruch nehmen. Er kann sich Gottes Gabe nicht durch seine guten Taten erkaufen, sondern nur durch bedingungsloses Vertrauen in Gottes Liebe frei werden. "Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme." (Epheser 2,8-9).
Allein die Schrift zeigt, was die Wiedergeburt bedeutet: Gott vollbringt ein Wunder im Menschen, eine neue Schöpfung findet statt. "Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!" (2. Korinther 5,17).
Der neue Mensch ist nach dem Bild Jesu Christi erschaffen. Das neue Herz hat die Fähigkeit, Gottes Willen zu verstehen und zu tun: "Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das fühlt. Ich erfülle euch mit meinem Geist und mache aus euch Menschen, die nach meinem Willen leben, die auf meine Gebote achten und sie befolgen." (Hesekiel 36,26-27, Die Gute Nachricht).
Der Mensch wird nicht durch gute Werke gerechtfertigt und gerettet, aber er wird gerettet, um gute Werke zu tun: "Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen." (Epheser 2,10).
Die Zehn Gebote Gottes werden nicht durch die Gnade oder durch den Glauben aufgehoben oder ersetzt. "Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz." (Römer 3,31).
Weder Jesus Christus noch die Apostel erklärten das Gesetz Gottes für ungültig: "Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel." (Matthäus 5,18-19).
Das Evangelium entbindet die Menschen nicht vom Gehorsam, sondern es befähigt sie dazu. Christus gibt dem Gläubigen das Wollen und das Vollbringen. Der Wiedergeborene Christ wird Gottes Gebote anerkennen und auch durch die Liebe befolgen: "Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!" (Johannes 14,15).
Jesus lehrte und lebte keine anderen Gebote vor, als die Gebote des himmlischen Vaters. Das Prophetische Wort kündigt an, dass die Nachfolger Jesu in dieser Zeit die sind, "welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren!" (Offenbarung 14,12).
