Den Gipfel vor Augen
Komm mit mir - und begleite mich auf einer atemberaubenden Bergwanderung.
Liebe Freunde,
Als begeisterte Bergwanderin möchte ich euch mitnehmen auf eine Wanderung der besonderen Art. Schade, dass ihr eure Augen offen halten müsst, damit ihr weiter lesen könnt, sonst hätte ich gesagt, schließt eure Augen und begleitet mich im Geiste auf meiner Wanderung.
Und los gehts...
Zuerst einmal müssen wir richtige Bergschuhe anziehen (denn diese brauchen wir heute), auch genug zum Trinken und auch eine kräftigende Jause (süddeutsch: Vesper) im Rucksack. Nicht zu vergessen eine warme Bekleidung, denn auch wenn der Tag noch so schön beginnt, kann das Wetter rasch umschlagen und selbst im Hochsommer kann es im Hochgebirge auch mal schneien. Gut, wir haben alles eingepackt und es kann losgehen.
Am frühen Morgen ist die Luft noch recht kühl und feucht, denn wir gehen erst auf einer Höhe von 1700 Höhenmetern los. Diese Höhe ist etwas unterhalb der Baumgrenze. Nebelschwaden ziehen durch die schon etwas schütteren Baumstämme hindurch. Immer öfters breiten sich vor uns Hochalmen aus, über die auch die Nebelschwaden still und leise dahin ziehen. Man hört in dieser tiefen Stille nur den eigenen Atem und die Schuhe, die über die Steine knirschen. Es herrscht tiefe Stille! Die Berge, die sich mächtig vor einem in den Himmel auftürmen, wirken dunkelgrau und unnahbar. Man geht zügig weiter den Wegmarkierungen entlang - Schritt für Schritt. Schon zu Hause suchte man sich einen Berg aus und studierte den Wanderweg auf der Karte. Und dieses Ziel hat man sich für heute vorgenommen. Aber man weiß schon vorher, dass dies nur mit Mühe und Schweiß zu bestehen ist, aber das hindert uns nicht daran. Denn als wir heute losgegangen sind, konnten wir gleich mit den ersten Schritten die Hektik, den Lärm und den Trubel des Lebens hinter uns lassen. Gleich mit den ersten Schritten begannen wir die Wanderung zu genießen - wir fangen auch an, den Körper zu fordern, den Kreislauf zu beleben - alles kommt in Schwung!
Die ersten Höhenmeter haben wir geschafft und wir haben die Baumgrenze erreicht. Wir bleiben stehen und blicken zurück auf die gegenüber liegenden Berghänge. Die Sonne geht auf und lässt ihre ersten hellgelben, leicht wärmenden Sonnenstrahlen über die Bergrücken streichen! Still und leise vollzieht sich dieses Wunder alle Morgen neu! Wie wunderschön dies anzusehen ist: Die Stille, diese Ruhe, und wir dürfen Augenzeugen sein des neu beginnenden Tages. Es ist dies so, als würde Gott dort oben die Welt neu erschaffen: Zuerst das Licht, dann die Tiere und zum Schluss uns Menschen! Man erkennt, dass man ein Teil der Schöpfung ist und wiederum wird. Wenn wir still weiter wandern, können wir Gemsen, Rehe, vielleicht sogar Steinböcke oder Adler bzw. Gänsegeier über uns ihre Kreise ziehen sehen. Schon bald hören wir auch die ersten Murmeltiere pfeifen - ja, wir sind ein Teil der Schöpfung - das merkt man besonders auf den Bergen bzw. in der Natur.
Es ist alles so wunderschön. Es werden alle fünf Sinne gefordert: Die Augen nehmen viel stärker die Umgebung wahr, die Haut fühlt, wie das sanfte Säuseln des Windes unsere Wangen streicht, die Nase riecht den Boden, der sich in den ersten Sonnenstrahlen erwärmt und einen wunderbaren Duft verströmt, die Ohren hören die Stille - ach, wie wunderbar. Oder man hört den Wind rauschen in den Nadelbäumen; und wir dürfen hier und da auch die Köstlichkeiten schmecken, die wir dort finden: Schwarzbeeren oder Preiselbeeren!
Die ersten Gefahren
Aber wir haben ein Ziel, also gehen wir weiter. Nun beginnt der Weg steil zu werden. In Serpentinen windet sich der Weg höher und höher und als wir uns umdrehen, können wir die Bäume schon weit unten erblicken. Immer mehr werden die Grasflächen kleiner und die Steine, die jedes Jahr von den Wänden des Berges herunter kollern, bedecken den Boden. Nun heißt es aufpassen, wir dürfen die Wegmarkierungen nicht aus den Augen verlieren. Es geht steil bergauf, immer höher und höher. Nun kommt die Sonne schon zu uns herüber und es wird uns schnell heiß, sodass wir unseren Pullover ausziehen können. Man bleibt noch einige Augenblicke länger stehen und genießt das immer größer werdende Panorama. Man nimmt den ersten Schluck aus der Flasche und weiter geht es. Wir kommen auf einen Grat - überschreiten ihn und müssen dabei vorsichtig sein, wohin wir treten, denn einmal stolpern kann schon zu ernsthaften Verletzungen führen wie Hautabschürfungen oder Knochenbrüchen. Aber wir gehen weiter unserem Ziel immer näher. Schon sieht man mächtig und imposant hinter der Wegbiegung den mächtigen Gipfelaufbau unseres Zieles hervorblicken. Unsere Herzen klopfen in freudiger Erwartung (aber auch von der bisherigen Anstrengung). Nun sind wir schon in etwa 2 Stunden unterwegs, es ist höchste Zeit für eine Jause. Wir müssen uns stärken, sonst werden wir kaum oder nur sehr geschwächt das Ziel erreichen.
Weiter geht es. Nun führt der Weg in die Wand des begehrten Berges. Nach ein paar Schritten erkennen wir, dass der Weg sich teilt und wir sehen momentan keine Wegmarkierung! Was tun? Probieren wir den rechten Weg. Wir gehen sehr vorsichtig einige Schritte und kommen immer weiter in steilen Fels. Schon müssen wir die Hände benutzen, um im Fels zu steigen. Bei jedem Schritt schauen wir um uns, ob eine Markierung zu sehen ist. Ja, dort oben ist eine!! Ach, Erleichterung macht sich unter uns breit. Aber wir müssen entweder zurück gehen oder auf eigene Gefahr durch den Fels dorthin klettern. Mit zitterndem Herzen klettern wir auf die Wegmarkierung zu und sind glücklich, wieder den richtigen Weg unter unseren Füßen zu haben!
Wir können wieder die Schönheiten der Natur genießen, ohne dass wir die Markierungen aus den Augen verlieren. Die Blumen haben hier oben eine viel stärkere Farbe als im Tal. Wir fotografieren und genießen alles um uns herum.
Weiter geht es. Der Weg führt über einen Grat entlang und auch hier sind unsere Hände im Einsatz. Nur nicht hinunter schauen, denn da kann es uns schwindlig werden und wir können stürzen! Unsere Augen fest auf die Markierungen und den Weg heften und wir kommen sicher über diese Stelle hinüber. Nun kommt es zu einem schmalen, ausgesetzten Übergang, der zum Gipfel führt. Dort ist ein Seil gespannt, das uns das Überqueren dieser Stelle erleichtert. Wir ergreifen dieses Seil gerne, denn hier abzurutschen wäre lebensgefährlich.
Am Ziel
Wir schauen auf zum Himmel. Schwarze Wolken brauen sich mächtig zusammen und dies geschieht sehr schnell. Schon fallen die ersten Regentropfen; es wird rasch sehr kalt, Blitze zucken über den Himmel und der Donner grollt gefährlich nahe! Wir ziehen uns unsere Regensachen an und gehen vorsichtig weiter und suchen Schutz unter den Felsen. In solch einer Situation erkennt der Mensch seine Hilflosigkeit und wie klein er doch im Naturgeschehen ist. Wir warten das Wetter ab und auch die Sonne kommt wieder hervor - und wir haben noch nie die Sonne so herbeigesehnt wie hier oben! Als wir dies geschafft haben, geht es leichten Schrittes auf den Gipfel zu. Das Gipfelkreuz steht vor uns und die Welt liegt uns zu Füßen. Wie oft habe ich mir gedacht, dass von hier oben die Welt so friedlich aussieht. Von hier oben sieht man keinen Hass, keinen Streit, keinen Tod, keine Lieblosigkeit, keine Hektik, kein Lärm - man sieht nur Frieden, Schönheit, Vollkommenheit der Schöpfung, Ruhe! Man möchte diese einfangen und mit nach Hause nehmen. Mir fällt der Abschied von den Bergen immer sehr, sehr schwer. Es ist für mich wie eine Suche nach diesem Frieden und dieser Reinheit der Welt.
Nach einer ausgiebigen Jause müssen wir Abschied nehmen, denn es ist schon recht spät. Unser Weg führt über satte Wiesen und Almen nach Hause.
Unser Lebensweg
Das war unsere Wanderung, die ich nun kommentieren möchte. Beginnen wir beim Ausgangspunkt:
Auch unser Leben ist eine Wanderung. An jedem Tag legen wir eine gewisse Wegstrecke zurück, und ob du es willst oder nicht, wir sind Wanderer in unserer Zeit. Ich wünsche dir, dass du gute Kleidung und gutes Schuhwerk für alle Wetterbedingungen und jede Bodenbeschaffenheit anziehen mögest. Diese Bekleidung möchte ich vergleichen mit dem heiligen Geist, der dir Schutz vor jedem Wetter (Unglück, Schwierigkeiten, Krankheit und seelischen Nöten) bietet. Auch ist die richtige Nahrung sehr wichtig. Denn sie ist ein wichtiges Element, wodurch du Kraft und Ausdauer bekommst, um dein Ziel überhaupt zu erreichen. Diese Nahrung möchte ich vergleichen mit dem Wort Gottes, der Bibel. Ohne diese lebensnotwendige Wahrheit und lebensnotwendige Kraft kannst du dein Ziel niemals erreichen.
Gut, alles haben wir eingepackt. Du erkennst die Schönheiten des Glaubens, du wirst konfrontiert mit der Liebe Gottes durch sein ewiges Wort. Freudig beginnst du deinen Pilgerweg zu gehen. Noch siehst du den Nebelschleier sich ausbreiten und rundherum ist es noch eher grau. Dir ist der Glaube noch recht undurchsichtig - noch recht fremd - und noch blickst du nicht ganz durch. Aber du siehst schon die Sonne der Liebe und der Gerechtigkeit über den Bergen aufgehen. Sie erreicht auch dich und erwärmt deine Seele, deinen Körper, dein ganzes ICH! Deine Schritte werden fröhlicher, beschwingter, dein Herz beginnt regelrecht zu singen vor lauter Freude! Du darfst die Wahrheiten mit allen fünf Sinnen in dich aufnehmen, und du spürst die Kraft und den Frieden, der darin enthalten ist. Du bist glücklich und sehr, sehr froh. Aber vor dir erhebt sich noch ein steiler Berg. Macht nichts, wir eilen voran. Doch bald wird es steil, deine Schritte werden langsamer. Du musst Nahrung zu dir nehmen.
Erneute Gefahren
Die ersten Zweifel kommen - schnell ein kräftigendes Brot gegessen (Jesus spricht: "Ich bin das Brot des Lebens...") und gestärkt geht es weiter den Weg hinauf. Auf einmal, gerade dort, wo wir in die Wand kommen und es gefährlich wird, erblicken wir keine Markierung. Weißt du, was passierte? Die Markierungen sind die Zehn Gebote, die dich davor bewahren, vom Weg abzukommen und in die Tiefe zu stürzen. Du hast die Gebote des Herrn verlassen und befindest dich in großer Gefahr. Du bekommst Angst. Voller Verzweiflung suchst du das schützende Gesetz und zu deiner Erleichterung findest du es, aber du musst noch einige Schritte über steilen Fels tun, aber wissend, dass der Herr über dich wacht. Du musst vorsichtig mit deinem Glauben umgehen. Begib dich nicht in unnötige Gefahr, indem du Dinge tust, die der Herr nicht gutheißen kann (Beispielsweise steht in Psalm Kapitel 1, Vers 1: "Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen...").
Der "Glaubens-Weg" wird immer steiler, aber Gott lenkt unsere Augen schon auf unser Ziel hin - das Kreuz. Verliere nie das Kreuz aus den Augen. Denn auch über deinem Lebensweg kommen immer wieder finstere Wolken, Gewitter und Stürme daher, aber wenn du deine Augen auf das Kreuz richtest, auf dem Jesus Christus - dein Erlöser und Erretter - für dich starb, dann kann dir nichts passieren. Jesus sagt: "In der Welt hast du Angst, aber sei getrost, ich habe die Welt überwunden." Mit anderen Worten, Jesus hat diese Welt und damit auch das Böse besiegt, und er sagt weiter: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden." In 5. Mose Kapitel 1, Verse 28 - 31 heißt es: "Wo sollen wir hinauf? Mose sprach zum Volk: Entsetzt euch nicht und fürchtet euch nicht, ... denn der Herr, euer Gott, zieht vor euch hin ... und in der Wüste, da du gesehen hast, wie dich der Herr, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, durch allen Weg, daher ihr gekommen seid, bis ihr an diesen Ort kamt."
Am Ziel angelangt
Am Ende deines Weges steht das Kreuz vor dir. Müde von der Anstrengung setzt du dich voll Dankbarkeit am höchsten Punkt des Berges nieder und darfst die Schöpfung in seiner Vollendung betrachten. Aber vergiss nicht, dass an deinem Lebensende, was auch kommen mag, der Herr dich getragen hat wie ein Vater seinen Sohn trägt.
Eine Amerikanerin stellt in ihrem Gedicht die Frage an ihren Lebensbegleiter, als sie auf die Fußspuren ihres Lebensweges zurückblickt: "Als es mir in meinem Leben am schlechtesten ging, da sehe ich im Sand nur ein Paar Fußspuren im Sand. Wieso hast du mich gerade in meiner größten Not verlassen?". Ihr Begleiter - der Heiland - sagte zu ihr: "Wo du nur ein Paar Spuren siehst, da habe ich dich getragen, denn diese Spuren sind die Meinen."
Du gehst den Weg nicht alleine
Wenn du "Ja" zu Gott und zu seinem Sohn Jesus Christus und zu seiner Wahrheit sagst, dann verspricht dir der Herr nicht ein leichtes, sorgloses, vergnügliches Leben. Nein, denn je steiler der Weg auf einen Berg führt, desto weniger Menschen wirst du begegnen und umso einsamer ist es dort, aber umso stiller, schöner, friedlicher, ist dieser Weg, da Gott mit dir ist - das vergiss nie! Je mehr Schwierigkeiten du in deinem Leben durchwandern musst, desto näher ist Er dir.
Jesus sagt zu dir: "Komm zu mir, denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich." Kein Weg führt am Kreuz Jesu vorbei. Sag ja zu IHM und er zeigt dir die Schönheiten des Lebens! "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." (Jesaja Kapitel 43, Vers 1).
Jesaja Kapitel 41, Vers 10: "Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch; ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit."
Gehe vorwärts - trau dich nur :-)
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