Gedanken zu Ostern
Ich möchte anlässlich des Osterfestes über Jesus Christus schreiben. Wir kennen ihn alle, aber kennen wir ihn wirklich? Wer war er? Was wollte er auf dieser Welt, warum ist er auf diese Welt gekommen und woher und warum musste er sterben?
So wie die Feier der Wintersonnenwende in das Weihnachtsfest umgedeutet und mit christlichen Inhalten gefüllt wurde, so ist auch der höchste christliche Feiertag eine Christianisierung der heidnischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste. Dieses ist heute noch an den Fruchtbarkeitssymbolen (Hase, Ei) erkennbar, die hierzulande immer noch eine große Rolle bei den Feierlichkeiten spielen. Gerade diese heidnischen Elemente tragen dazu bei, dass Jesus Christus für viele Menschen in der Osterzeit unerkannt bleibt.
Doch welch eine große Persönlichkeit muss Jesus Christus gewesen sein (und ist es auch heute noch), wenn sich selbst der Kalender nach seiner Geburt richtet. Jetzt leben wir im Jahre 2008 nach Christi Geburt. Jesus selbst stellte seinen Jüngern die Frage; "Wer, sagen die Leute, dass des Menschen Sohn sei?" (Matthäus Kapitel 16, Vers 13). Du würdest sicher auch antworten, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist, weil wir es von Kindheit so gelernt haben. Aber würdest du auch noch tief in deinem Herzen voller Überzeugung bekunden können, wie es Simon Petrus - einer seiner Jünger es tat: "Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn" (Matthäus 16, 16)?! Ist dies auch deine Gewissheit? Dann wird auch Jesus zu dir sagen, was er zu Petrus als Antwort gab: "Selig bist du...".
Aber auch schon zu der damaligen Zeit gab es Menschen, die in Jesus Christus bloß den wieder auferstandenen Johannes (den Täufer) sahen, oder den wieder gekommenen Elia, oder Jeremia oder einer der alten Propheten (Matthäus 16, 14). Wenn man aber heute die Menschen fragt, so antworten sie entweder nur mit einem Schulterzucken, oder sagen, dass es ihnen egal ist, wer er war/ist, oder man sagt, dass er sicher ein sehr intelligenter Mensch war, aber sonst weiter nichts.
Nun, was sagt die Bibel dazu?
Gehen wir zurück in die Zeit des alten Testaments. Dort wird schon sehr viel über Jesus vorausgesagt. Zuerst einmal bei der Erschaffung des Menschen, denn dort heisst es: "und Gott sprach: lasset uns Menschen machen, ein Bild das uns gleich sei..." (1. Mose 1, 26). Hier können wir schon lesen, dass es mindestens 2 Personen waren, welche die Welt und uns Menschen erschufen. In Hebräer Kapitel 1, Vers 2 heißt es: "...hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat...". Aber schon bald nach der Erschaffung der Welt wird vorausgesagt, dass Jesus als Befreier der gefallenen Menschen kommen wird. Denn es heißt in 1. Mose 3, 15: "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Der (= Jesus) soll dir (=Satan) den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen."
Als unsere Eltern - Adam und Eva - dem Gesetz Gottes untreu wurden und in Sünde fielen, da begann die tiefe Finsternis - die Sünde, sich über die Erde aus zu breiten. Gott in seiner Gnade und Liebe schickte in diesem Moment des Falles schon einen Lichtstrahl der Hoffnung. Denn schon vor der Erschaffung der Welt, noch bevor die Menschen geschaffen wurden, setzten Gott Vater und Gott Sohn den Plan der Erlösung für den Fall, sollten die Menschen nicht den Weg des Gehorsams, sondern eigene Wege gehen wollen. Dieser oben genannte Bibelvers weist weit über alle Jahrhunderte hindurch bis hinein ins Neue Testament. Wir kennen einen "vom Weibe Geborenen", den "Menschensohn", der den Kampfesauftrag, den kein Mensch je in seiner vollen Tiefe und Schwere erfasst hat. Der den Gehorsam gegen Gott ernst nahm, darüber zwar am Stich der "alten Schlange" (Satan) verbluten musste, aber dafür den Satan für immer unter seine Füße zertreten hatte. Jesus begleitete fortwährend die Menschen durch all die Jahrhunderte hindurch. Ein sehr schönes Beispiel finden wir bei Jakob. Er tat eine große Sünde gegen Gott und musste vor dem Zorn seines Bruders Esau fliehen. Doch nach vielen Jahren in der Freude, wollte Jakob wieder zurück ins Vaterland. Aber er fürchtete sich vor der Rache seines Bruders. Da trat ihm ein starker Mann in den Weg und Jakob kämpfte mit ihm. Erst in den frühen Morgenstunden erkannte er, mit wem er kämpfte - es war Jesus. Und Jesus sprach zu ihm: "Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an." Jakob rief in seiner Seelennot aus: "Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn." (1. Mose 32, 27).
Wer schrieb weiters über den Menschen- und Gottessohn Jesus Christus unter dem Einfluss des heiligen Geistes? Der große König David hat in den Psalmen, die er schrieb (und das war viele Jahrhunderte vor Christi Geburt), immer wieder dem Herrn Lob und Dank, Preis, Ehre und Anbetung dar gebracht. Auch weissagte er immer wieder von Jesu Leben. So beispielsweise in Psalm 22 (vor allem Vers 19), in welchem er die Loswerfung über Jesu Gewand, als er am Kreuz hing, besonders genau beschreibt. Aber nicht nur David schrieb schon über Jesus Christus, sondern viele, viele andere Propheten in der Zeit des Alten Testaments. Besonders ist Jesaja hervorzuheben. Seine Zeit des Wirkens reichte von 740 - 690 vor Christi Geburt. So viele Jahre, bevor Jesus auf diese Erde kam, schreibt er sehr genau über ihn:
- über seine Mutter: Jesaja 7, 14
- über seine Geburt: Jesaja 9, 5-6
- über sein Wirken: Jesaja 42, 1-7; Jesaja 49, 6; Jesaja 11, 1-5; Jesaja 53, 11-12; Jesaja 61, 1-2
- seine Erniedrigung vor seiner Kreuzigung: Jesaja 50, 6; Jesaja 53, 7
- sein Grab: Jesaja 53, 9
- seine Mission: Jesaja 53, 4-6
Jesus - sein Leben und Wirken auf dieser Erde - zieht sich wie ein roter Faden durch all die Jahrtausende der Weltgeschichte hindurch. Darum nannte er sich selbst immer wieder "Menschensohn", und das ist dadurch auch recht verständlich.
Warum ist Jesus auf unsere Welt gekommen?
Besonders sein Leiden und seine Kreuzigung sprechen eine heilige, ehrfurchtsgebietende Sprache. Er starb für unsere Sünden, auf dass wir Frieden mit Gott hätten - also versöhnt sein dürfen mit Gott. Er befreite uns vom Joch und Knechtschaft der Sünde. Ja, wir sind Gefangene (Sklaven) der Sünde. Als dies Jesus zu den Juden sprach, da antworteten sie ihm voller Entrüstung: "Wir sind Abrahams Samen, sind niemals jemandes Knecht gewesen; wie sprichst du denn: ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: 'Wahrlich, wahrlich ist sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. So euch der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.'" (Johannes 8, 33-36).
Erkennst du deine Schuld und deine Sünden? "Denn es ist hier kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten." (Römer 3, 23).
Wie viele Gerechte gibt es auf dieser Welt? "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer. Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage." (Römer 3, 10-11).
Und nun diese große Verheißung, die wir aus Gottes Gnade bekommen: "und (wir) werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christus Jesus geschehen ist. (Römer 3, 24).
Darum ist Jesus Christus gekommen und hat das große Erlösungswerk auf sich genommen und hat Knechtsgestalt angenommen, um uns zu dienen und uns vor Gott unserem Vater gerecht zu machen. Und dies alles aus Gnade!
Der größte Liebesbeweis
"Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." (Johannes 3, 16). Am Kreuz wurden Gottes Wesen und Charakter offenbart. Das Kreuz Christi ist der Beweis, dass Gottes Gerechtigkeit nicht seine Liebe zu uns zunichte macht. Ganz im Gegenteil: Sein Opfer ist die Garantie, dass Er uns liebt und uns alle Sünden vergibt.
Das bedeutet Ostern: Jesus ist auf diese Welt gekommen, um für dich und mich die Gerechtigkeit, die alleine vor Gott gilt, für uns Sünder darzubringen. Durch sein Leiden, Sterben und seine Auferstehung hat er es vollbracht. Jesus Christus ist heute im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes und bittet für uns - und nur seine Gerechtigkeit macht uns frei von der Sünde: wenn wir mit ganzem Herzen daran glauben!

