Einigkeit in der Familie und in der Gemeinde
Hast du schon einmal ein Bündel Zweige betrachtet? Welchen Eindruck hat es auf dich gemacht? Und hast du schon einmal versucht solch ein Bündel durchzubrechen? Mit welchem Erfolg? Du konntest es nicht zerbrechen, denn es schien die Stärke eines Baumstammes zu haben. Doch wenn wir die Verbindung der Zweige lösen und sie voneinander trennen, dann ist es sehr einfach jeden Einzelnen zu zerbrechen. Übertrage das auf eine Ehe, Familie oder Gemeinde. Einigkeit macht stark, doch Trennung führt zu Schwäche und schließlich zum Verderben.
Heutzutage sind Ehen und Familien immer mehr in Gefahr. Und auch die Gemeinde, die das Hauptziel der Angriffe Satans ist, wird schwer geprüft werden. Um ihre Zerstörung zu verhindern, betont der Apostel Paulus die Wichtigkeit von Harmonie und Einheit in den beiden erwähnten Lebensbereichen: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. Darum auch ihr, ein jeglicher habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann.“ Epheser 5, 31-33.
Wenn eine Ehe zerbricht und sich die Ehepartner, die sich zuvor liebten und gegenseitig trugen, verleugnen, bluten unsere Herzen und unsere Zungen schweigen. Wenn sich Familien trennen, denken wir besonders an die Kinder, die so sehr unter der Trennung ihrer Eltern leiden. Man möchte gerne den Eltern helfen, doch in solch einem Fall ist die menschliche Hilfe sehr eingeschränkt. Und in der Tat könnte die Mehrzahl solcher Katastrophen vermieden werden, wenn Rat angenommen und in die Tat umgesetzt würde.
„Väter und Mütter sollten Gott, von dem sie bekennen, Ihn zu lieben und Ihm zu gehorchen, feierlich geloben, dass sie durch Seine Gnade nicht unliebenswürdig miteinander sind, sondern in ihrem Leben und Charakter den Geist offenbaren, von dem sie wünschen, dass ihre Kinder ihn pflegen. Manuscript 38, 1895...
Nur Christi Gnade allein vermag diese Einrichtung wieder zu dem zu machen, was sie nach Gottes Plan sein sollte: ein Mittel zum Segen und zur Erhebung der Menschheit. Auf diese Weise können die Familien auf Erden in ihrer Einigkeit, in Frieden und Liebe die himmlische Familie darstellen...
Die Eltern sollten darauf achten, dass nicht der Geist der Meinungsverschiedenheiten im Heim aufkommt, denn er ist ein Mittel Satans, seinen Eindruck auf die Charaktere zu machen. Wenn die Eltern durch das Einschärfen der Grundsätze, die das Leben Christi leiteten, nach Einigkeit im Heim streben, werden Meinungsverschiedenheiten vertrieben und Einigkeit und Liebe werden dort wohnen. Eltern und Kinder werden an der Gabe des Heiligen Geistes teilhaben. Manuscript 53, 1912...
Obwohl Schwierigkeiten im Eheleben auftreten können, müssen die Eheleute ihre Seelen in der Liebe Gottes erhalten. Der Vater sollte die Mutter seiner Kinder als jemanden ansehen, der alle Freundlichkeit, Zartheit und alles Mitgefühl braucht. Brief 198, 1901.“ –The Adventist Home, S. 178. 100.
Nicht weniger schmerzlich ist eine getrennte Gemeinde, in der die Glieder untereinander in Streit sind. Manchmal entstehen Probleme aufgrund der Temperamente oder Gewohnheiten. In anderen Fällen gibt es Unstimmigkeiten, die seit langem aufgrund unterschiedlicher Erziehung, Gewohnheiten oder Überzeugungen bestehen. Die Meinungsverschiedenheiten werden nicht nur in gemeinsamen Gesprächen sichtbar, sondern beflecken auch die Gemeindeversammlungen und sogar die Gottesdienste. Jeder Einzelne sollte sich daran erinnern, dass jeder eine Pflicht – eine sehr feierliche Verantwortung – hat, die Harmonie und Einigkeit in der irdischen Familie Gottes aufrecht zu erhalten. So wie geschrieben steht: „In der Erziehung der Kinder darf es unter den Eltern nie eine Meinungsverschiedenheit geben“ (Bible Echo, 9. März 1903), so appelliert der Apostel Paulus an alle Glieder in der Gemeinde auf folgende Weise: „dass ihr wandelt, wie sich’s gebührt eurer Berufung, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld; und vertraget einer den andern in der Liebe und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens...“ Epheser 4, 1-3.
In den Zeugnissen des Geistes der Weissagung steht geschrieben: „Trennungen in der Gemeinde machen der Religion Christi vor der Welt Schande, sie bieten den Feinden der Wahrheit Gelegenheit, ihre Lebensweise zu rechtfertigen... Was tun wir nun, um die Einigkeit durch das Band des Friedens zu erhalten?“ –Zeugnisse für die Gemeinde, Band 5, S. 249.
Wie kann Einigkeit in der Gemeinde Wirklichkeit werden? Wie können Wunden geheilt und Entfernungen überbrückt werden? Wer wird der Erste sein, Brücken der Kommunikation zu bauen, damit Harmonie erreicht und die Kraft der frühchristlichen Gemeinde in der Gemeinde von heute sichtbar werden kann? Die inspirierte Botschaft sagt uns: „Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so machet meine Freude völlig und seid eines Sinnes, habt gleiche Liebe, seid einmütig und einträchtig. Tut nichts aus Zank oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst, und ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war...“ Philipper 2, 1-5.
Und folgender Rat spricht zu jedem Herzen und Verstand: „Durch den Einfluss des Heiligen Geistes kann der Uneinigste in Übereinstimmung gebracht werden. Selbstlosigkeit wird das Volk Gottes mit zarten und festen Banden verbinden. Es gibt eine große Macht in der Gemeinde, wenn die Energien der Glieder unter der Kontrolle des Geistes stehen, Gutes aus jeder Quelle sammeln und sich erziehen, trainieren und disziplinieren. Auf diese Weise wird Gott eine machtvolle Organisation präsentiert, durch die er für die Bekehrung von Sündern wirken kann. So wird der Himmel mit der Erde verbunden und alle göttlichen Kräfte arbeiten mit den menschlichen Werkzeugen zusammen.“ –My Life Today, S. 39.
„Wir müssen nicht den Widerstand der Welt fürchten; sondern es sind die Elemente, die unter uns wirken, die die Botschaft behindert haben. Die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Verbreitung der Wahrheit hängt von der harmonischen Handlungsweise derjenigen ab, die bekennen an sie zu glauben. Liebe und Vertrauen besitzen eine moralische Kraft, die unsere Gemeinden vereint und eine harmonische Handlungsweise sichergestellt hätten; doch Kälte und Misstrauen haben Uneinigkeit gebracht, die uns unserer Kraft beraubt hat.“ –General Conference Daily Bulletin, 28. Februar 1893.
„Nähmen die bekennenden Christen das Licht an, wie es aus dem Worte Gottes auf sie scheint, so erreichten sie jene Einigkeit, um die der Heiland für sie bat und die der Apostel beschreibt als ,die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens‘. Das ist, sagt er, ,ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe‘. Epheser 4,3-5.“ –Der Große Kampf, S. 382.
Mit diesem Ziel vor Augen soll der Sabbat, der 10. Dezember, ein Tag des Fastens und des Gebets sein. Nach dem letzten Gebetsvortrag werden die Gebetstagsgaben eingesammelt. Die Gaben werden für neu erschlossene Felder der Generalkonferenz sowie für deren Ausgaben verwendet.
Liebe Geschwister in der ganzen Welt, die Wiederkunft Jesu kommt immer näher. Jeden Tag sind die Zeichen der Zeit klarer und eindrucksvoller. Es ist Zeit aufzuwachen und ihm alles zu weihen, was wir haben, dem, der sein Leben für uns gegeben hat. Diese Gebetswoche ist eine Zeit, um uns neu seinem Dienst zu weihen, damit wir angetroffen werden „in heiligem Wandel und gottesfürchtigem Tun... so tut Fleiß, dass ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet...“ 2. Petrus 3, 11. 14.
Im vergangenen Jahr hat der Herr seinem Volk reichliche Segnungen geschenkt; jeden Tag wurde seine Gnade voller Barmherzigkeit ausgegossen. Sind wir bereit im kommenden Jahr etwas für ihn zu tun? Möge jedes Kind Gottes ein einigendes Werkzeug in seiner eigenen Ehe (für den Fall, dass es verheiratet ist), in der Familie und in der Gemeinde sein.
Hinweis
Dieser Artikel ist Teil der Gebetstags-Lesungen von 2011. Von Januar bis einschließlich August 2012 erscheint jeden Monat ein weiterer Teil.
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