Nicht Fisch, nicht Fleisch - was denn sonst?
Ein Plädoyer für eine fleischlose Ernährung
Was bedeutet das Wort "Vegetarier"
In Websters 3rd International Dictionary wird das Wort "Vegetarier" als Kombination von "vegetable" und "-arian" definiert. Da das Anhängsel "-arian" (auf Deutsch "-arier") im Englischen für einen Anhänger oder Befürworter einer Sache steht, wäre ein Vegetarier jemand, der sich für den Verzehr von Gemüse einsetzt. Dieses Wortspiel ist aber falsch; es ist vielmehr ein Kunstwort, das von einer Gruppe von Menschen eingeführt wurde, um eine korrekte Bezeichnung für eine neue Sache zu schaffen. 1842 wurde das Wort in England geschaffen, weil die Bezeichnungen "Gemüsekost" oder "fleischlose Kost" irreführend sind. 1847 wurde die Britische Vegetarische Gesellschaft gegründet.
Das Wort "vegetarian" wurde nicht aus "vegetable" gebildet, obwohl beide Wörter eine gemeinsame sprachliche Wurzel haben. Das Wort stammt aus dem Mittel-Lateinischen, das im Mittelalter ins Englische übernommen wurde. Das lateinische "vegetabilis" bedeutet wachstumsfähig (wie die Pflanzen), und "vegetare" heißt wachsen. Das Wort "vegetarian" kommt jedoch vom lateinischen vegetus, das "ganz, gesund, frisch oder lebendig" bedeutet, z. B. in dem alten lateinischen Ausdruck "homo vegetus" ein körperlich und geistig starker Mensch.
Drei Gruppen von Vegetariern
- "Ovo – lacto – Vegetarier" sind Menschen, die auf Fleisch, Fisch und Wurst verzichten, aber zusätzlich zu Gemüse, Obst, Getreide, Nüssen, Samen und Kerne noch Milch, Milchprodukte und Eier essen.
- "Lacto-Vegetarier" verzichten zusätzlich noch auf Eier.
- "Veganer" verzichten auf sämtliche tierische Nahrungsmittel, also auch auf Milch, Milchprodukte und Eier.
Vier gute Gründe, um Vegetarier zu werden
1. Ethische und moralische Gründe:
Die ethische Ablehnung ist die älteste Form des Vegetarismus, nämlich das moralische Problem des Tötens anderer Geschöpfe. "Warum soll man Tiere töten, um sie zu essen?" Denn wir haben eine Fülle anderer Nahrungsmittel, die uns zur Verfügung stehen. Diese ethische Einstellung kann religiös begründet sein, muss es aber nicht.
Hier bleibt anzumerken, dass Tiere wie Menschen aus der Schöpferhand Gottes kommen und Mitgefühl und Achtung verdient haben.
2. Ästhetische Gründe:
Für den englischen Dichter und Schriftsteller Georg Bernard Shaw war es nicht vertretbar, dass man Leichenteile aß.
Vegetarier aus ästhetischen Gründen weisen darauf hin, dass eine Schale mit Früchten von Natur aus ein erfreulicher Anblick für das Auge ist und den Mund wässrig mache, während der Geruch und Anblick toter Tiere den meisten Menschen zuwider sei. Frische Gemüse und Früchte haben keine Verschönerung nötig, aber der Kadaver einer Kuh oder eines Schweines bedarf der geschickten Hand des Fleischers, um sein wahres Aussehen zu verbergen. Selbst Fachausdrücke verschleiern oft die Herkunft des Fleisches, wie z.B. die "Rocky-Mountain-Austern", die eigentlich Schweinehoden sind.
Viele Menschen würden vermutlich kein Fleisch essen, wenn sie das Tier selbst schlachten müssten.
3. Gesundheitliche Gründe:
Die vegetarische Bewegung in England und den Vereinigten Staaten, die nach 1840 begann, gründete sich auf die Ernährungslehren von drei Menschen: Reverend Sylvester Graham (Grahambrot), Ellen White, Mitbegründerin der Siebenten-Tags-Adventisten und Dr. John Harvey Kellogg, der für seine Frühstücksflocken (Corn Flakes) berühmt wurde. Wie White und Kellogg waren viele Vegetarier und Gesundheitsreformer des 19. Jahrhunderts Adventisten.
Heute weiß man, dass die meisten Erkrankungen, Verdauungsstörungen und Verschlechterung des Allgemeinbefindens durch eine falsche Ernährung zustande kommen. Um nur einige aufzuzählen:
- Herzinfarkt
- Lungeninfarkt
- Gehirnschlag
- Durchblutungsstörungen wie z.B. Thrombosen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung
- Verstopfung
- Leber/Gallenleiden
- Nierenleiden
- Gicht
- Diabetes
- Krebs
- Blähungen
- Magen- und Darmerkrankungen
Letztere werden hauptsächlich durch eine zu eiweiß- und fettreiche Kost und der vielfachen Verwendung einfacher, raffinierter Zucker und Weißmehlprodukte, die die stärksten Säurebildner im Körper sind, verursacht.
Es ist bewiesen, dass Fleischverzehr zu einem sehr hohen Grade schuld ist bei Dickdarmkrebs wie auch bei Krebsarten aller hormonabhängigen Organen. Fleisch ist voll mit Schädlingsbekämpfungsmitteln, Hormonen, Antibiotika und Giften aller Art bis hin zu schädlichen Bakterien und Viren.
Die Zufuhr von krebserregenden Stoffen nimmt zum Fett- und Fleischkonsum dramatisch zu, wenn diese tierischen Produkte geräuchert oder geselcht worden sind. Weitere krebserregende Stoffe werden dem Körper durch Tabakkonsum, Alkoholkonsum, Kaffee, zuviel Salz, usw. zugeführt Der Körper wird mit diesem großen Angebot an Giftstoffen nicht fertig. So kommt es zur Entstehung von Zivilisationskrankheiten.
Um nur ein aktuelles Beispiel herauszugreifen: Die Anzahl der hyperaktiven Kinder nimmt stark zu, weil sie zuviel Phosphor zu sich nehmen, in Form von Fleisch, Wurst, Schokolade, Kakao, Coca Cola usw.
Man weiß auch, dass es im ersten und im zweiten Weltkrieg wie auch in der Zwischenkriegszeit so gut wie keine Stoffwechselkrankheiten gab.
Warum sind trotz fortschrittlicher medizinischer Erkenntnisse die Krebserkrankungen im Steigen? Weil es uns viel zu gut geht. Wir brauchen nur in die Regale der riesigen Supermärkte schauen.
4. Ökologische und wirtschaftliche Gründe:
Ein großer Schaden entsteht an Erde, Wasser und Luft durch die intensive Landwirtschaft, die notwendig ist, um die Futtermittel für die Tiere bereitzustellen. Nicht zu vergessen die Abfallprodukte, die bei der intensiven Nutztierhaltung entstehen. Dass die Erde überdüngt wird, damit genügend Futtermittel angebaut werden können, dass die Gülle ins Grundwasser gelangt und so unser Trinkwasser mit Nitraten usw. stark verseucht, dass die Gase, die aus den Gedärmen der Tiere kommen, mit Schuld sind an der Schädigung des Ozons, hören wir oft und immer wieder in den Medien. Auf der einen Seite gibt es einen Überfluss an Fleisch, Milch und Milchprodukten; auf der anderen Seite gibt es Millionen hungernder Menschen. Ist da nicht ein Missverhältnis festzustellen?
Die Kosten der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten steigen ins Uferlose. Fleisch- und Hormonskandale, BSE, Schweinepest und andere bedrückende Entwicklungen im Bereich des herkömmlichen Nahrungsmittelangebotes schrecken die Verbraucher wohl auf, haben aber noch keinen entscheidenden Wandel der Ernährungsgewohnheiten herbeigeführt.
Wirtschaftliche Überlegungen konzentrieren sich auf die Tatsachen, dass die handelsübliche Fleischproduktion sehr wenige Menschen auf Kosten vieler ernährt. Das Getreide, das den Menschen selbst ernähren könnte, wird statt dessen an das Vieh verfüttert. Der Körper des toten Tieres liefert nur einen Bruchteil des Eiweißes, das dem Tier im Futter gegeben wurde.
Ein kleines Gedankenexperiment
Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden ein Morgen Land (4047 m2) zur Verfügung gestellt bekommen. Wie würden Sie es nutzen, um Ihre Familienangehörigen und sich selbst zu ernähren?
Nehmen wir an, Sie halten darauf eine Kuh, die von Gras und Wildpflanzen dick und fett wird. Sie braucht, um ihnen ein Kilogramm Fleisch zu liefern, 16 Kilogramm Getreide und Sojabohnen. Ein Schwein bräuchte sechs Kilogramm, ein Truthahn vier Kilogramm und ein Huhn drei Kilogramm. In der Milchwirtschaft rechnet man mit einem Kilogramm Getreide für einen Liter Milch.
Ihre 450 Kilogramm schwere Kuh, deren Mästung Ihr ganzes Stück Land und das für mehr als ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen würde, ergibt nur 175 Kilogramm Fleisch. So braucht also eine Person, die ihren Kalorienbedarf nur mit Fleisch abdeckt, dreieinhalb Morgen Land, während die gleiche Person nur ein viertel Morgen Land benötigte, würde sie von Weizen leben. Ein Morgen Land, angebaut mit Reis und Bohnen reicht aus, um sechs Personen mit 2500 Kalorien pro Tag zu versorgen.
Noch anders ausgedrückt: Ein Morgen Land, auf dem Getreide für die Tiere angebaut wird, würde soviel bringen, um einen arbeitenden Mann etwas weniger als 250 Tage mit Eiweiß zu versorgen. Wachsen darauf aber Sojabohnen, so erhält derselbe Mann Eiweiß für 2200 Tage.
Ein Spezialist für Welternährungsfragen sagt, dass auf den durchschnittlichen Nordamerikaner jährlich 900 Kilogramm Getreide entfallen, davon aber fast 90% an die Tiere verfüttert werden. Der durchschnittliche Nordamerikaner braucht fünfmal soviel wie der durchschnittliche Kolumbianer, Inder oder Nigerianer, der so gut wie alles an Getreide selbst isst.
Durch die Fleischproduktion wird auch das Wasser verschmutzt. In den USA werden jährlich etwa 2 Milliarden Tonnen(!) Mist erzeugt. Ein großer Teil davon wird in überlastete Kläranlagen oder direkt in Flüsse und Ströme geleitet. Die Viehzucht produziert zehnmal soviel Müll wie die Wohnviertel und dreimal soviel wie die Industrie.
Würden die US-Bürger ihren Fleischkonsum um nur zehn Prozent drosseln, dann wären mit einem Schlag 12 Millionen Tonnen Getreide für andere Zwecke frei.
Sind wir Menschen Pflanzenesser oder Fleischesser?
In einem Buch habe ich einmal eine kurze Begebenheit gelesen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Es erzählte ein Bauer dem Buchautor: "Sie können nicht nur von Pflanzenkost leben, da ist nichts drin zum Aufbau der Knochen und Muskeln". Und deshalb, schreibt der Autor so zynisch weiter, weiht der Bauer gläubig einen Teil seines Tages der Versorgung seines Körpers mit Rohmaterial für Knochen und Muskeln. Während er spricht, geht er hinter seinen Ochsen her, die mit aus Pflanzen aufgebauten Knochen und Muskeln ihn und seinen schweren Pflug trotz aller Hindernisse weiterzerren.
Und es ist ja tatsächlich so: Die größten und stärksten Landtiere sind wie die Ochsen des Bauern Pflanzenfresser. Man nehme als Beispiel nur die Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Wasserbüffel und Giraffen.
Ein kleiner Exkurs in die Bibel mag uns zeigen, welchen Speiseplan Gott für den Menschen aufgestellt hatte. Vor dem Sündenfall gab es keinen Tod; somit stand Fleisch auch nicht auf dem göttlichen Speisezettel. Selbst die lange Zeit bis zur Sintflut überbrückten die Menschen ohne Fleisch. Erst nach der Sintflut kam zum ersten Mal die Erlaubnis Gottes, das Fleisch bestimmter Tiere zur Ernährung zu verwenden, aber von Anfang an war es nicht so. Man kann zu dem vorsintflutlichen Lebensalter der Menschen stehen, wie man will, aber es ist eine interessante Beobachtung, dass mit dem Beginn des Fleischverzehrs die überlieferten Lebensalter rapide abnahmen und sich bei den heute üblichen einpendelten.
Einige Argumente dagegen, dass der Mensch Fleischesser ist:
- Wir Menschen können kein Vitamin C selbst erzeugen, es muss über die Pflanze zugeführt werden.
- Unser Dünndarm ist für Fleischkost viel zu lange (Fleischfresser im Tierreich haben einen kurzen Darm).
- Wir haben keine Raubtierzähne, sondern Mahlzähne.
Über Tierhaltung, Schlachten und Töten
Das Töten von Tieren ist ein hässliches Geschäft. Man machte den Menschen immer schon vor, dass die Tiere sorgsam auf dem Bauernhof aufgezogen werden, und dass dann die Rinder, Schweine oder Hühner mit dem glücklichsten Lächeln ins Schlachthaus gehen und dort lautlos in Koteletts verwandelt werden.
Die Realität sieht anders aus.
Das Bild des idyllischen Bauernhofs mit den spielenden Kindern und den weidenden Kühen ist zwar gut für den Kalender, aber schlecht fürs Geschäft. Das landwirtschaftliche Geschäft kennt nur ein Ziel: Größter Profit bei geringsten Unkosten. Schönheit, Eintracht mit der Natur, ökologisches Gleichgewicht und Liebe zum Land zählen nicht viel – sie bringen nämlich nichts ein.
Nun werden die Tiere tagelang über die Straßen gekarrt ohne trinken, fressen oder ausruhen zu können. Denn für den Fahrer ist Zeit Geld, und die mangelnden Kontrollen der EU verhindern effektiven Tierschutz. Die Tiere werden bei erstickender Hitze oder in Frostnächten unversorgt, dichtgedrängt, halb tot vor Angst transportiert. Manche Tiere bekommen Versandfieber (Lungenentzündung) und sterben unterwegs, viele haben gebrochene Beine. Während dieser Reise werden Unmengen von Stresshormonen ins Blut abgegeben, und dieses Blut versorgt ja wiederum die Muskelzelle.
Am Ende der Reise müssen sie durch ein Bad mit Schädlingsbekämpfungsmittel waten und werden dann kastriert, enthornt, bekommen Brandzeichen und Injektionen.
Die Schweine, die ja von Natur aus sehr verspielte und hochintelligente Tiere sind, werden zu Unbeweglichkeit Zeit ihres Lebens verdammt, damit sie so schnell wie möglich zunehmen. Das ist bei weitem noch nicht das Schlimmste, was den Tieren angetan wird. So geht es auch in den Geflügelmastanstalten zu. Die Tiere leben, ohne je Tageslicht, den natürlichen Boden oder einen Wurm zu sehen.
Und selbst das Töten der Tiere läuft nicht so schmerzlos ab, wie es uns die Fleischproduzenten weismachen möchten.
"Einen Sekundenbruchteil, ehe das Gewehr abgefeuert wurde, bewegte die Kuh den Kopf. Und statt umzufallen, stand sie da, während eine kleine Blutfontäne aus dem kleinen Loch in ihrem Kopf einige Zentimeter empor spritzte. Dieses Loch hatte der Bolzen hinterlassen. Es dauerte einige endlos lange Sekunden, bis das Bolzengewehr wieder geladen wurde und abgefeuert war... Danach zog man die noch um sich schlagende Kuh in die Höhe, um ihr die Kehle durchzuschneiden. Aus ihrem Euter spritzte Milch."
Auch die Behandlung von Hühnern gibt zu denken. Diese werden lebend an den Füßen an eine Kette kopfüber gehängt und baumeln durch den langen Raum. Am Ende des Raumes ist ein Arbeiter, der die Köpfe nur zum Teil durchtrennt, denn die Köpfe müssen zu Inspektionszwecken noch dranhängen. Ein guter Arbeiter tötet in einer Stunde 3000 Hühner. In kleineren Anlagen werden die Hühner durch Genickbruch getötet. Eine andere Methode besteht darin, dem Huhn ein Messer in den Schnabel zu stoßen, wobei die Schädelbasis zerstört wird und eine tödliche Blutung hervorgerufen wird. Eine interne Anleitung warnt: "Wenn nicht genug Blut kommt, muss man es noch einmal versuchen, bis das Blut fließt."
Eines sollte man wissen: Die Tiere werden nicht getötet, sondern nur betäubt, denn das Herz muss noch schlagen, damit danach das Blut gut abrinnen kann. Wenn das Herz noch schlägt, wird auch das Gehirn noch durchblutet und das Tier bekommt jede Handlung, die an ihm vollzogen wird, mit.
Ein Mensch wird erst dann für tot erklärt, wenn nicht nur Herz und Lunge (Atmung) nicht mehr funktionieren, sondern auch das Gehirn länger als 15 Minuten ohne Sauerstoff und ohne Blutzufuhr war.
Rinder, Kälber, Pferde, Maultiere, Schafe, Schweine und andere Tiere müssen vor dem Fesseln, Hochhieven, Hinwerfen oder Schneiden wahrnehmungsunfähig für Schmerz gemacht werden.
Dies geschieht durch 4 Schlachtmethoden:
- Bolzenschuss
- Kohlendioxyd
- Betäubung durch Stromschlag
- Gewehrschuss
Weitere Tötungsvorschriften aus den Fachbüchern für Schlachthäuser in den USA:
Schweine: Diese hängt man bei vollem Bewusstsein kopfüber auf und ersticht sie. Oder man tötet sie durch "Werfen" oder "Schleudern".
"Da Kälber nach dem Abstechen länger als andere Tiere um sich schlagen, hängt man sie am besten vor dem Abstechen auf."
Und obwohl das Gesetz über humane Schlachtung "einen einzigen Schlag" mit dem traditionellen "Poleax" oder Schlaghammer als inhuman erklärt, wird dieses Gerät immer noch verwendet. Der Schlächter muss dem Tier ins Gesicht schauen und den Hammer zwischen Augen und Stirn schleudern. "Trifft der Hammer nur ein wenig daneben, dann kann er das Auge oder die Nase des Tieres zerschlagen. Dann rennt das Tier in Todesangst herum, und man muss noch einige Male zuschlagen, ehe es bewusstlos wird." Man erkannte, dass die Schläge mit dem schweren Hammer gegen Ende des Tags immer weniger treffsicher wurden.
Aber die Schlachthäuser können ihre Schlachtmethoden wählen wie sie wollen, egal wie barbarisch diese sind.
Doch wenn die Tiere auch für noch so dumm gehalten werden, sie stehen keineswegs friedlich wiederkäuend im Schlachtraum und erwarten den Tod mit heiterer Gelassenheit.
Was man noch so in den Würsten bzw. im Faschierten fand:
Kaugummi, Zigaretten, Plastikkämme, Messer zum Entfernen von Knochen, Abfälle, Haare, Waschmittel, Fußbodenreiniger, Nitrate, Pappe, Knöpfe aus Plastik und Glas, Stücke von Futterbehältern, Bierdosendeckel, Sonnenbrillen, Metallstücke, Namensschilder von Arbeitern, Insektenteile, Nagetierhaare, und ein Präservativ.
Man muss sich die Frage stellen, wie man die Worte "human" und "Schlachtung" so leichtfertig verknüpfen kann. Im Wörterbuch bedeutet "human" "Mitgefühl, Sympathie oder Achtsamkeit anderen Menschen oder Tieren gegenüber". Achtsamkeit bedeutet letztlich, dass man anderen Lebewesen keinerlei Schmerz oder Qual zufügen will.
Gifte, die im Fleisch enthalten sind
Eine der ersten Lektionen über Fleisch, die der Mensch lernte, bestand darin, das erschlagene Tier so schnell wie möglich ausbluten zu lassen. So wurden Abfallstoffe entfernt. Einige dieser Abfallstoffe werden jedoch vom Fleischliebhaber geschätzt. Nitrogenverbindungen, die in den Muskeln zurückbleiben, sind teilweise für den Geschmack des Fleisches verantwortlich. Diese Stoffe wirken auf den Verdauungstrakt und regen den Appetit an. Fleischhersteller wissen das und mahnen: "Fleischtiere sollten nie geschlachtet werden, wenn sie überhitzt, aufgeregt oder erschöpft sind. Sie sollten ganz ruhig und ausgeruht sein."
Verwesendes Fleisch ist ein Paradies für Bakterien. Je länger Fleischstücke herumliegen, desto mehr können sich Fäulnis- und Krankheitserreger ausbreiten.
Frisches Fleisch ist meist zäh und geschmacklos und so schreibt das Fachmagazin vor, dass z.B. Rinderstücke 10-14 Tage bei 1-2° C. aufgehängt werden sollen. Enzyme und Bakterien machen das Fleisch zarter, weil sie die Bindegewebe zersetzen. Der Unterschied zwischen Aas und Steak beruht nur auf der Kontrolle: Das Reifen des Fleisches wurde überwacht, während der Kadaver am Straßenrand einfach verrottet.
Antibiotika
Eines der schädlichsten Hormone trägt den Namen DES (Diäthylstilböstrol). DES verursacht bei Menschen Krebs. Ein anderes Hormon namens Dienestroldiacetat verursacht Scheidenkrebs und wird in Geflügelfutter beigemengt, während wiederum ein anderes namens Melangesterol-Acetat (MAG) in Experimenten bei weiblichen Mäusen Krebs hervorgerufen hat.
Übrigens: Ein etwas bekannterer Stoff, nämlich Arsen, wird routinemäßig an Brathähnchen verfüttert.
Schädlingsbekämpfungsmittel sind natürlich auch in Pflanzen enthalten, aber bei Tieren sind diese noch viel gefährlicher, da diese Stoffe in Fett gelagert werden, während in Pflanzen durch Waschen und Säubern das meiste entfernt wird (Früchte und Gemüse enthalten im allgemeinen nur ein Zehntel der in Fleischspeisen gefundenen Rückstandsmengen).
Außerdem nimmt das Tier diese Stoffe auch über das Futter (gespritztes Getreide) auf. 1973 wurde in Michigan, USA versehentlich ein hochgiftiges Mittel unter das Viehfutter gemischt: PBB (polybromiertes Biphenyl). Es führt zu Nervenstörungen und zu Schädigungen bei Neugeborenen. Anfang 1977 wurden noch immer Rinder mit PBB-Rückständen zum menschlichen Verzehr verkauft.
PCP (Pentachlorphenol)ist ein weitverbreiteter Industrieabfallstoff mit unbekannter genetischer Wirkung auf den Menschen und kann sich im Fettgewebe der Fische in bis zu 10.000-mal höherer Konzentration ansammeln als im Wasser.
HCB (Hexachlorobenzol) ist höchstwahrscheinlich ein krebserregender Stoff. Gefunden wurde er in Barschen in 44.000-fach höherer Konzentration als im Wasser. In den meisten Flüssen der USA findet man polychlorierte Biphenyle (PCB), die zu Krebs und Missbildungen führen können.
Dasselbe in Grün bei den Schalentieren: Da sie das Wasser durch ihre Kiemen filtern, bleiben diese Wasserrückstände in ihrem Körper zurück.
In einem gut gegrillten Stück Steak ist soviel Benzpyren enthalten wie im Rauch von 30 Schachteln Zigaretten. Dr. Jacobson nennt Speck als das "gefährlichste Nahrungsmittel des Supermarktes". Fast jedes Stück Speck, Wurst und Imbissfleisch wird mit Natriumnitrit und Natriumnitrat behandelt, um die Farbe und Aussehen des Fleisches zu verschönern. Im Körper wird es in Nitrosamine umgewandelt und dieser Stoff zählt zu den gefährlichsten krebserregenden Stoffen.
Schlusswort
Es gibt viele gute Gründe, Vegetarier zu sein – nicht erst seit BSE und MKS. Einer der wichtigsten ist die Gesundheit – die meisten Zivilisationskrankheiten, und das möchte ich betonen, wären bei einem gesunden Lebensstil vermeidbar. Leider reagieren die meisten erst dann, wenn es zu spät ist – frei nach dem Motto: Was ich nicht spüre, juckt mich nicht.
Wenn Sie sich nach diesem langen Text dazu entscheiden, Ihren Fleischkonsum auf ein oder zwei Tage in der Woche zu beschränken, dann freue ich mich bereits – um so mehr, wenn Sie sich dazu entscheiden, Vegetarier zu werden. Versuchen Sie es doch einfach einmal – Sie tun sich selbst etwas Gutes und Ihrer Umwelt ebenfalls.
