Rheumatoide Arthritis

...ist die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung und kann in jedem Lebensalter auftreten mit bevorzugter Manifestation an den Gelenken, woraus Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie Gelenksverformungen resultieren.

Wirbelsäule eines Plastik-Skeletts

Mehr als die Hälfte aller an rheumatoider Arthritis erkrankten Patienten weisen eine erbliche Vorbelastung auf. Frauen erkranken etwa drei Mal so häufig wie Männer. Von dieser Erkrankung sind nicht nur die Gelenke betroffen, sondern auch innere Organe wie Niere oder Lunge und sogar die Blutgefäße können geschädigt werden. Aber auch körperlicher Stress, Witterungseinflüsse, Traumen, hormonelle Belastungen (z. B. bei Geburten) und die psychische Verfassung haben einen Einfluss sowohl auf die Erstmanifestation als auch auf den Krankheitsverlauf.

Therapie

Vor allem medikamentöse, aber auch physikalische Behandlungen (wie thermische, elektrische oder mechanische), Ergotherapie und gegebenenfalls chirurgische Maßnahmen.

Diätetische Maßnahmen:

Leider wird der Ernährung viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Ernährungstherapie kann das Krankheitsbild positiv beeinflussen, eine Heilung ist allerdings nicht möglich.

Ernährungstherapeutische Maßnahmen, beispielsweise Fasten mit einer anschließend vegetarischen Ernährung, können zu einer deutlichen Besserung der Symptome beitragen. Auch die Verabreichung von Fischölen (Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch) hat sich als symptomlindernd erwiesen.

Ausreichend versorgt sollte man mit den so genannten Antioxidantien sein, besonders mit Vitamin E und C sowie Selen.

  • Vorwiegend vegetarische Kost, Bevorzugen von hochwertigen Pflanzenölen; besonders von solchen mit einem hohen Gehalt an Linolensäure (wie Soja-, Raps-, Walnuss- oder Leinöl).
  • Meiden tierischer Fette (fette Milch und Milchprodukte, Wurst, Eier).
  • Ausreichende Zufuhr der antioxidativ wirkenden Vitamine C und E sowie Selen und Zink, eventuell als Supplemente.
  • Vermeiden von Lebensmitteln, die sich als Schubauslösend erwiesen haben.
  • Fastenzeiten einlegen. Hat sich als sehr wirkungsvoll bewährt.
  • Borretschöl, Kernöl, Nachtkerzenöl, schwarze Johannisbeere und Primelöl sind besonders positiv wirksam (entzündungshemmend). Sind als Kapseln erhältlich.
  • Calciummangel könnte den Rheumatismus verstärken.

Es gibt eine Kur, die sehr positiv auf diese Erkrankungen wirkt: Wacholderbeeren. Am ersten Tag isst man vier Stück; am zweiten Tag fünf Stück; am dritten Tag sechs Stück usw.; bis zum zwölften Tag um je ein Stück steigern. So kaut man am zwölften Tag 15 Stück Beeren. Ab diesem Zeitpunkt reduziert man die Anzahl wieder um je ein Stück pro Tag. Am 13. Tag isst man 14 Stück; am 14. Tag 13 Stück usw. bis man wieder bei vier Stück angelangt ist. Diese Kur wirkt sehr gut Blutreinigend, hilft auch gegen Gicht, Gelenksschmerzen und eventuell bei Migräne.

Ernährungsmedizinische Maßnahmen

Was will man mit einer besonderen Kostform (ich möchte das Wort Diät umschreiben…) erreichen:

  • Die Krankheitsaktivität (Häufigkeit und die Dauer der Schübe) vermindern.
  • Den Entzündungsprozess vermindern.
  • Verhütung oder Milderung möglicher Begleiterkrankungen (Morbus Crohn und andere Darmerkrankungen; Verknöcherung der Gelenke z. B. bei Morbus Bechterew).

Die Kostform sollte sich an eine ausgewogene, abwechslungsreiche, überwiegend lakto-vegetabile Mischkost (d.h. kein Fleisch- und Fischgenuß; Milch und ähnliches sind erlaubt) mit reichlichem Verzehr von Obst, Gemüse, Milchprodukten und Getreide orientieren.

Vegane und vegetarische Kostform

Man konnte feststellen, dass rheumatische Erkrankungen bei Vegetariern weitaus seltener auftreten als bei Nichtvegetariern. Somit erscheint die Empfehlung dieser Kostform durchaus gerechtfertigt. Der Nutzen veganer bzw. vegetarischer Kostform wurde in verschiedenen Studien dokumentiert.

Bei einer großen Studie bekamen die Patienten für die Dauer von 1 Jahr eine Dreistufen-Kost. Diese sah so aus:

  • Sieben bis zehn Tage vollständiges Fasten.
  • Drei bis fünf Monate vegane Ernährung.
  • anschließend vegetarische Kost.

Die Fastenbehandlung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen führte zu einer deutlichen Verbesserung der Entzündungswerte.

Wie wir schön hörten, spielt die Vererbung eine große Rolle, aber auch die sogenannte w-6-Fettsäure, die Arachidonsäure. Es ist darauf zu achten, dass man doch so wenig wie möglich Arachidonsäure zuführt. Diese ist enthalten in allen tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst, Innereien, aber auch in Fisch, Eier, Milch und Milchprodukten. Daher die vegane bzw. vegetarische Ernährungsweise.

Vorgehensweise bei Krankheitsschüben

Man erkannte die Wichtigkeit dieser Ernährungsform ganz besonders bei einem Krankheitsschub. Man sollte während dieser Zeit wenigstens für zwei- bis drei Tage fasten, d.h. Früh, Mittags und Abends jeweils Gemüsesäfte und/oder Obstsäfte trinken und dazwischen Kräutertee und Wasser. Es sollten mindestens zweieinhalb Liter an Flüssigkeit getrunken werden.

Anschließend sollte die Ernährung für einige Tage vegan sein, zumindest bis der Schub vorbei ist: Gemüsereis, Kartoffeln mit Gemüse, Obstreis, etc.

Bei dieser Art des Fastens setzt die Besserung sehr schnell ein, zumindest innerhalb von zwei Tagen. Sie ist auf die fehlende Zufuhr der Arachidonsäure und deren geringere Freisetzung aus dem Fettgewebe sowie auf den erhöhte endogenen Kortisolspiegel und die immunmodulierende Wirkung des Fastens zurückzuführen.

Anschließend wird eine vegetarische Kost eingehalten: Milch und Milchprodukte nur in Magerform, denn desto fetter dieses Lebensmittel ist, desto mehr Arachidonsäure ist darin enthalten. Auch die Verwendung von Eiern ist nur sehr bewusst einzusetzen.

Wo ist was enthalten?

Abschließend ein kurzer Überblick, wo die für diese Erkrankung wichtigsten Nährstoffe bzw. Spurenelemente enthalten sind:

Vitamin E

Weizenkeimöl, Leinsamen, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Haselnüsse, Hering, Makrele, Olivenöl, Keime, Erdnüsse.

Vitamin C:

Acerola-Kirsche, Hagebutte, Sanddorn, Schwarze Johannisbeere, Paprika, Rosenkohl, Broccoli, Fenchel, Grünkohl, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Spinat, Mangold, Lauch, Feldsalat, Chinakohl, Kiwi, Kartoffeln.

Spurenelement Selen

Fische, Sonnenblumenkerne, Sojabohnen, Leinsamen, Naturreis, Getreide (USA), Fleisch, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Eier, selenangereichertes Brot, Gemüse, Hefe, Pilze, Nüsse, Käse, Milch, Topfen (Quark), Joghurt, Beerenfrüchte.

Henrike Markula, 18. 05. 2006

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