Folat und Folsäure

Was ist Folat bzw. Folsäure, warum ist es wichtig und wie wird es zugeführt?

Zwei Hände umfassen den Bauch einer schwangeren Frau

Folat ist der Oberbegriff für ein wasserlösliches B-Vitamin. Folate kommen in den Lebensmitteln in natürlicher Form vor, und die synthetisch hergestellte Form nennt man Folsäure.

Folat zählt in Deutschland (wie auch in anderen Industriestaaten) nach wie vor zu den kritischen Mikronährstoffen.

Zufuhrsempfehlung

Laut den Referenzwerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz beträgt die empfohlene tägliche Folatzufuhr für Kinder ab zehn Jahren und für Erwachsene 400µg Nahrungsfolat. Für Schwangere und Stillende sollte die Folatzufuhr 600µg betragen. Die künstliche Folsäure wird nüchtern eingenommen fast zu 100% - bei Einnahme mit Nahrung zu ca. 85% - vom Körper aufgenommen, während das Nahrungsfolat zu ca. 50% aufgenommen wird.

Folatreiche Lebensmittel

  • Grünes Blattgemüse wie Spinat; Kohlgemüse wie Rosenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Spargel (diese alle haben über 100µg pro Portion)

  • Blumenkohl, Salat, Pastinaken, Tomaten, Orangen(-saft); diese Gruppe beinhaltet 50-100µg

  • Milchprodukte wie z.B. Käse; außerdem Obst, Vollkornbrot und Vollkornnudeln.

Allerdings ist zu beachten, dass die Folatverbindungen sehr licht- und hitzeempfindlich und außerdem wasserlöslich sind. Bei unsachgemäßer Zubereitung können die Verluste bis zu 90% betragen.

Wer hat nun einen besonderen Bedarf an Folat?

Zu nennen sind hier insbesondere Schwangere, Stillende, Erwachsene ab 65 Jahren, sowie Erwachsene während einer Gewichtsreduktion und bei verschiedenen Erkrankungen (Magen-Darmerkrankungen, bei Resorptionsstörungen etc.).

Selbst bei Verzehr von Folatreichen Lebensmitteln ist bei diesen Personengruppen die zusätzliche Zufuhr von 100-200µg Folsäure zu empfehlen.

Frauen mit Kinderwunsch sollten nach neuesten Erkenntnissen 400µg Folsäure (diese Menge kann auf bis zu 800µg gesteigert werden) zu sich nehmen, um die Gefahr eines Neuralrohrdefektes, einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, von angeborenen Herzfehlern, Fehlbildungen der Harnwege und Fehlbildungen der Gliedmaßen des ungeborenen Kindes zu entgehen.

Der Verschluss des Neuralrohrs erfolgt übrigens bereits vier Wochen nach der Empfängnis. Zu dieser Zeit wissen viele Frauen noch gar nicht, dass sie überhaupt schwanger sind. Daher ist es sehr wichtig, Folsäure bereits bei bestehendem Kinderwunsch schon vor der Schwangerschaft einzunehmen.

Mit freundlicher Unterstützung von Ernährungs-Umschau, September 2007 (www.ernaehrungs-umschau.de).

Henrike Markula, 28. 12. 2007

Service

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