Säuren und Basen
Ist eine latente Übersäuerung des Körpers möglich, und ist sie gefährlich? Ist sie die Ursache von Krankheiten?
Der menschliche Organismus ist täglich mit wechselnden Mengen an Säuren und Basen konfrontiert, die aus verschiedenen Quellen stammen. So wird etwa im Rahmen der Atmungstätigkeit ständig Kohlensäure gebildet und über die Lunge ausgeschieden, mit dem Stuhl gehen Basen verloren und Säure sowie Basen werden einerseits im Stoffwechsel gebildet, aber andererseits auch mit der Nahrung zugeführt.
Das Puffersystem des Körpers
Gelangt zu viel an Säure in den Körper, so muss dieser auf Kosten der Gesundheit und des Wohlbefindens "abpuffern", also Säuren und Basen regulieren. Das körpereigene Puffersystem ist nicht unerschöpflich. Schon eine leichte, andauernde Übersäuerung kann die Knochen schädigen und Nierensteine begünstigen. Da Fleisch und Fleischprodukte sauer verstoffwechselt werden, können Menschen mit einer Vorliebe zum Fleischkonsum mit dem Knochenstoffwechsel Probleme bekommen. Der Körper holt sich die notwendigen Basen teilweise aus den Knochen, um überreichlich angefallene Säure zu neutralisieren. Obst und Gemüse werden vor allem basisch verstoffwechselt und diese wirken schützend vor Osteoporose. Asiatinnen nehmen viel weniger Kalzium auf als wir und haben dennoch weniger Probleme mit Osteoporose.
Basenreiches Mineralwasser mit viel Hydrogenkarbonat (über 1500mg/l) sorgt effizient und einfach für Basennachschub. Ein zu viel an Basen hat keinen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit, da diese über die Nieren entsorgt werden.
Der pH-Wert des Blutes liegt normalerweise zwischen 7,35 und 7,45. Schon geringe Abweichungen (wie es bei Intensivpatienten vorkommen kann) sind lebensbedrohend. Dennoch wird selbst eine hochgradig einseitige Ernährung den lebenswichtigen Blut-pH-Wert nicht nennenswert durcheinander bringen. Warum nicht? Es setzt ein Notprogramm ein: Der Körper zapft die Knochen an, um mit diesen basischen Salzen einen stabilen Blut-pH-Wert zu bekommen. Daraus erkennt man schon, dass der Mensch die mit der Nahrung zugeführten Säuren nicht ein Leben lang optimal bewältigen kann.
Was man schlicht Übersäuerung nennt, ist also eine chronische Überforderung des Organismus, hervorgerufen durch eine hohe Fleisch-, Wurst- und Käsezufuhr, altersbedingte Funktionseinschränkung der Nieren, ungenügende Flüssigkeitszufuhr sowie Hungern und Abmagerungsdiäten. Aber auch die Psyche greift in den pH-Wert ein: Ärger, Frustration, Trauer, Mobbing am Arbeitsplatz, Stress und so weiter.
Was kann man dagegen tun?
Nun wissen wir, wie es zu einer Übersäuerung des Körpers kommen kann. Die gute Nachricht ist: man kann etwas dagegen unternehmen, um länger vital, gesund und fit bleiben zu können.
Der Stoffwechsel bildet Säuren aus schwefelhaltigen Eiweissbausteinen, die in der Leber zu Schwefelsäure abgebaut werden. Phosphatsalze sind weitere Säurequellen, aus ihnen entsteht Phosphorsäure. Generell gehören demnach Fleisch, Fisch, Käse und Getreide zu den Säureproduzenten. Gemüse und Obst sind dank ihrer Mineralstoffe (Kationen wie Kalium, Kalzium, und Magnesium) wertvolle Basenproduzenten. Dass wir uns bei Obst und Gemüse zurückhalten, aber Fleisch, Wurst und Käse gerne haben, ist ein rätselhaft. Daher gilt die westliche Ernährung als säurebildend.
Der Einfluss der Ernährung
In einem Versuch gab man Testpersonen jeweils fünf Tage lang drei verschiedene Kostformen:
- Kostform 1 war eine eiweissreiche Mischkost (die der üblichen Ernährungsgewohnheiten entsprach),
- Kostform 2 war eine ausgewogene Mischkost
- und Kostform 3 war ovo-lacto-vegetabile Kost.
Bei der ersten Kostform war die potentielle Säurebelastung der Niere bei 82 mEq/Tag; bei der zweiten Kostform war die Säurebelastung bei 32 mEq/Tag; und bei der dritten Kostform nur bei 10 mEq/Tag. Zum Vergleich: Eine übliche proteinreiche (eiweissreiche) Mischkost führt zu einer potenziellen Säurebelastung der Nieren von 50 - 100 mEq/Tag.
Wird der Urin immer saurer, bekommt die Niere irgendwann Probleme, saure Salze oder Säuren abzuleiten. Das spüren Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten, die zu Gicht und Gichtsteinen neigen. Durch einseitige, proteinreiche Kost kann der Urin so sauer werden, dass sich Harnsteine bilden.
Auch bei extrem niederkalorischem (d.h. mit extrem niedriger Zufuhr von Kalorien) Fasten entstehen verstärkt Säuren, weil durch den Fettabbau saure Ketonkörper anfallen. Saftfasten mit Gemüse- und Obstsäften berücksichtigt diese Problematik.
Auch während Hochleistungssport wird kurzfristig eine hohe Konzentration an Milchsäure gebildet, welche die Muskulatur ermüdet und schneller erschöpft. Ernährt sich der Betreffende basisch, so kann die leistungsbegrenzende Milchsäure besser entsorgt werden.
Mit der Einnahme eines Basenpulvers ist damit nicht die Problematik aus der Welt geschaffen. Weniger Fleisch, Wurst und Käse und dafür mehr Gemüse und Obst - und schon dankt Ihnen der Körper mit Gesundheit und größerer Leistungsfähigkeit.
Ernährungstipps
Welche Nahrungsmittel sind nun ungünstig:
Fleisch, Fisch, Innereien, Hartkäse (besonders magere Sorten), aber auch magerer Frischkäse, Topfen, Nudeln, weißer Reis und Zucker.
Welche Nahrungsmittel sind zu bevorzugen:
Gemüse (besonders das Wurzelgemüse, Kartoffeln, Spinat,), Obst (frisch gepresste Fruchtsäfte), Getreide und deren Produkte wie Müsli oder Vollkornbrot werden leicht sauer verstoffwechselt.
Schlussworte
Wie man auch hier erkennen kann, ist die Ernährung, die wir von Gott erhalten haben, wiederum die Beste. Er schuf den Menschen und wer kann es nur besser wissen als er, was für uns gut ist?
Fleisch, Fisch, Wurst, Alkohol, Nikotin, Stress, mangelnde Bewegung an der frischen Luft machen uns krank und die chronischen Erkrankungen nehmen zu.
"Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorgt für euch"!
(Informationen sind dem Fachjournal "Ernährung heute" entnommen und für Sie zusammengestellt).

