Freiheit von Gott, oder Freizeit für Gott?

Die Stimme von Jugendlichen wird in der Erwachsenenwelt oft überhört. In geistlichen Dingen ist es nicht anders. Dennoch haben wir ein gemeinsames Ziel vor Augen. Wir wollen die Vergangenheit hinter uns lassen und einen Neuanfang machen, um etwas für den Herrn zu "bewegen".

Jugendliche reichen sich im Kreis die Hände

Liebe Jugend,

unser schon fast traditionelles Jugendtreffen zur Osterzeit* rückt näher, und wie bei keinem Treffen zuvor spüre ich im Vorfeld die Spannung und Erwartung, was denn diesmal wohl geboten wird. Es ist das höchste Glück eines Leiters, dass sich alle Teilnehmer so richtig wohlfühlen, aber es ist auch gleichzeitig die schwerste Last. Ich möchte euch ein wenig an den "Leiden eines Leiters" teilhaben lassen und habe auf der anderen Seite aber auch ein offenes Ohr für eure speziellen Wünsche und Mitgestaltungsvorschläge fürs nächstes Mal.

Nach einem weltlichen Sprichwort ist es schwer, alles und alle unter einen Hut zu bringen. Da sind verschiedene Alters- und Entwicklungsstufen und verschiedene Neigungen und dementsprechend natürlich auch unterschiedliche Interessen und Erwartungen: Dem einen kommt das Gesellige und Spielerische zu kurz, dem anderen das Geistliche, ein dritter würde mehr singen wollen und ein vierter keine kostbare Zeit verstreichen lassen wollen, die für den Missionsdienst sinnvoller genutzt werden könnte.

Der eine möchte mehr Freiheit und Freizeit und der andere mehr Gemeinsamkeit und Programm. Der eine ist von der Informationsflut überfordert und der andere kann nicht genug kriegen von den Wahrheiten der gegenwärtigen Zeit. Schließlich ist auch noch ein Kinderprogramm gefragt, und dann liegen auch noch die Eltern sowie die älteren Glaubensgeschwister in den Ohren, dass nur ja Zucht und Ordnung gewahrt bleiben, so dass ihre lieben Zöglinge nicht auf Abwege geraten. Und über und vor allen spricht dann der Heiland: "Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. Gedenke daran und weide meine kleine Herde recht, dass keiner verloren geht!".

Das sind zuerst einmal keine guten Voraussetzungen, dass alle voll und ganz auf ihre Kosten kommen, ...es sei denn, wir wären alle bereit, Jesus Christus in unserem Herzen mitzubringen und uns von ihm leiten zu lassen, wie es sich für eine christliche Veranstaltung gehört; so dass wir in Liebe und Geduld aufeinander zugehen, miteinander umgehen und voneinander lernen.

Ich möchte, dass ihr Freude habt, aber vor allen Dingen Freude in unserem Herrn Jesus Christus. Denn die weltliche Freude ist trügerisch, vergänglich und unersättlich. Aber die Freude am Herrn hat viel Raum, dass wir miteinander fröhlich sind, ohne den eigentlichen Grund unserer Kraft und Freude aus dem Auge zu verlieren: Jesus Christus. Dann verlieren wir auch nicht aus dem Auge, dass wir ja eine Berufung haben und eine Verantwortung tragen, am Werk der Seelenrettung mitzuwirken in dem Maße, wie wir können, und mit den Gaben, die wir haben. Wir leben nicht uns selbst, sondern dem Herrn Jesus Christus. In diesem Sinne möchte ich euch ermuntern und aufrufen, dass wir unsere Kräfte im Dienst für den Herrn vereinigen, und uns willig für den Missions- oder Seelsorgeeinsatz zurüsten lassen. Der Herr braucht gerade "dich"! Du bist die Gemeinde, und ihr als Jugendliche seid die Hoffnung und die Zukunft der Gemeinde. Wenn ihr euch nicht vom Herrn als "lebendige Steine" in die Gemeinde einbauen lasst, dann werdet ihr vielleicht als "tote Fische" in dem Strom der Welt mitschwimmen oder im Fahrwasser eurer geistlichen Vorbeter. Aber ihr seid aufgerufen, die Gemeinde aktiv mitzugestalten.

Vielleicht oder sogar sicher ist eure Stimme oder euer stiller Aufschrei nach geistlicher Hilfe und Führung und praktischer Anleitung in der Vergangenheit oft wegen vermeintlich wichtigerer anderer Dinge überhört worden. Sicherlich haben die Erwachsenen mit ihrer ewigen Besserwisserei und mit ihren geistlichen "Steckenpferden" dazu beigetragen, dass ihr euch mehr und mehr in das Schneckenhaus der eigenen Unsicherheit und Frustration zurückgezogen habt. Aber das soll anders werden. Mit allen, die guten Willens sind, deren Herz für den Heiland brennt, denen die Gemeinde des Herrn am Herzen liegt, und die sich in welcher Art auch immer einbringen wollen, ...mit allen denen wollen wir einen Neuanfang machen, um etwas für den Herrn zu "bewegen": Sozusagen eine neue Jugendbewegung, natürlich auch mit den schon etwas älteren "Semestern", die der Jugend noch sehr verbunden sind.

In Speele werden wir ein spezielles Jugendforum haben und gemeinsam herausfinden, wie wir uns im Dienst für den Herrn gegenseitig unterstützen können, und was wir gemeinsam aufbauen können. Macht euch bitte jetzt schon Gedanken darüber. Jeder wird gebraucht und wird seinen geeigneten Wirkungsplatz finden.

Es ist der Wunsch an mich herangetragen worden, dass wir doch auch einen Missionseinsatz machen sollten. Ich greife das gerne auf und bin mir sicher, dass der Herr euch diese Zeit, die ihr für ihn opfert, mit vielfältigem Segen vergüten wird.

Unsere Schwester Elfriede Reutelshöfer wird für Interessenten einen Kurs in Nordern Walking anbieten. Und dann ist da noch das Musikprojekt. Ich weiß, wie viele sich schon auf unsere angekündigte, gemeinsame CD-Produktion vorbereiten und freuen. Wir werden im großen Chor, in kleinen Gruppen und auch Duos oder Solisten aufnehmen. Macht euch zu Hause schon fit dafür, damit wir Zeit sparen. Und schickt mir bitte so schnell wie möglich eure Liedwünsche mit Notensatz und Angabe von Texter und Komponist, damit ich bei der GEMA abklären kann, was sich davon für uns realisieren lässt. Seid herzlich gegrüßt - und der Frieden des Herrn sei mit euch!

Euer Glaubensbruder Peter Laugallies

*Zur Einladung und zum Programm der Jugendfreizeit Speele 2006:

Peter Laugallies, 22. 02. 2006

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