Fasching

Vor vielen Menschen liegt jetzt der spaßige Abschluss der närrischen "fünften Jahreszeit" von Rosenmontag bis Aschermittwoch. In Kindergärten und Schulen gehören Faschingsveranstaltungen zum beliebten Standard, Gaststätten laden zu Faschingspartys ein und in den Geschäften rufen uns die ausgefallensten Kostüme zu: "Mich musst du haben!".

Faschingsmaske aus Venedig

Liebe Jugend,

ganz herzlich grüße ich Euch mit dem Psalm 26,8:

"Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt."

Wikipedia verrät uns: "Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, um die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude zu feiern." Das klingt doch super! Oder ? Ich wünsche euch auf jeden Fall Freude, Fröhlichkeit, auch mal ausgelassene sprühende Lebensfreude. Ist also Fasching eine empfehlenswerte Veranstaltung für uns?

Was wird da eigentlich gefeiert?

Lesen wir weiter bei Wikipedia: "Ihren Ursprung haben die Bräuche in einer christianisierten Form der heidnischen Winteraustreibung, wobei ein Bezug zur christlichen Fastenzeit entstand."

Die katholische Kirche legte eine 40tägige Fastenzeit vor Ostern fest – in Erinnerung an die Zeit, die Jesus in der Wüste verbrachte. (Konzil von Nicäa 325) Fasten bedeutet Einschränkung und Verzicht (auf Fleischspeisen, Alkohol ...). Da der Zeitpunkt des Verzichts bekannt war, wollte man vorher noch einmal so richtig "das Leben genießen" mit allerlei Schabernack, lauten bunten Festen und Ausgelassenheit in jeder Form.

"Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5000 Jahren im Zweistromland gefeiert, ... Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gibt Kunde davon, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein siebentägiges Fest gefeiert wurde und zwar nach Neujahr als symbolische Hochzeit eines Gottes. Die Inschrift besagt: "Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet." Hier wird zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Festen praktiziert und dies ist bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals.

In allen Kulturen des Mittelmeerraumes lassen sich ähnliche Feste, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen, nachweisen: In Ägypten feierte man das ausgelassene Fest zu Ehren der Göttin Isis und die Griechen veranstalten es für ihren Gott Dionysos. Die Römer schließlich feierten vom 17. Dezember bis 19. Dezember die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturn.

Im mittelalterlichen Europa feierte man - zwar in Kirchen, jedoch nicht kirchlich - "Narrenfeste" vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des 16. Jahrhunderts um den Epiphaniastag (6. Januar). Dabei übernahmen die unteren Kleriker vorübergehend Rang und Privilegien der höheren Geistlichkeit. Kirchliche Rituale wurden parodiert; selbst ein "Pseudopapst" wurde gekürt, am 28. Dezember, am Tag der unschuldigen Kinder, wurde oftmals ein Kinderbischof gekürt, welcher dem Rollentausch ähnlich dem "Pseudopapst" gleichkam. In Gestalt von Prozessionen wurden auch die Bewohner der Städte am Fest beteiligt. Auch während der eigentlichen Karnevalstage waren Narren- oder Eselsmessen weit verbreitet. ...

Da die Reformation die vorösterliche Fastenzeit abschaffte und somit auch die Fastnacht ihren Sinn verlor, gerieten viele Bräuche zum Teil wieder in Vergessenheit. Bis heute ist der Karneval Sinnbild katholischer Mentalität. ...

So wurde zur Wiederbelebung 1823 in Köln eine neue Art der Straßenfastnacht begründet: der heutige Karneval." (Wikipedia)

Ihr könnt Euch selbst gern noch intensiver belesen; eines ist aber sicher: einen biblischen Bezug oder gar christlichen Auftrag zum Feiern des Karnevals haben wir nicht!

Schauen wir uns die einzelnen Bräuche kurz an:

Kostüme

"An Fasching ist es üblich, dass man sich verkleidet. Jeder darf einmal das sein, was er schon immer mal sein wollte: Astronaut, Hexe, Prinzessin oder Clown. Selbst seriöse Menschen ziehen sich an Karneval gerne mal die rote Nase auf oder setzen sich eine Narrenkappe auf." (www.kikisweb.de/spezial/karneval/brauch/kostueme.htm)

Wer möchtest Du sein?

"Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus." (Galater, 3,26)

Was möchtest Du anziehen?

"... zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Epheser 4,24)

Masken

"Das Masken-Aufsetzen hilft eigene Identität zu verstecken und eine neue, möglicherweise eine begehrte, aber vielleicht auch eine befürchtete anzunehmen, und auf diese Weise die Konfrontation mit dem eigenen "Ich” jeweils zu vermeiden oder zu wagen."

(www.karnevals-schnaeppchen.com)

Welcher Mensch hat sich zuerst aus welchem Grund vor wem versteckt?

"... Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten.", (1. Mose 3,8) nach dem sie gesündigt hatten.

Was können wir hinter keiner Maske vor Gott verstecken?

"Der Herr schaut aufs Herz. Wenn Selbstsucht darin wohnt, weiß er es. Wir mögen versuchen, unseren wahren Charakter vor unseren Geschwistern zu verstecken, aber Gott weiß alles. Nichts bleibt ihm verborgen." (Zeugnisse Band 2, Seite 39)

Rosenmontag

"Der Rosenmontag ist der Hauptfeiertag des Karnevals, an diesem Tag finden die meisten Umzüge statt und es wird viel gefeiert. An Rosenmontag verkleidet man sich und feiert. Oft wird dabei auch viel getrunken." (ebenda) Der Name "Rosenmontag" geht auf den "Rosensonntag" zurück, an dem der Papst eine goldene Rose weihte.

Welchen Hauptfeiertag möchtest Du haben?

"Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du feiern ...Haltet meinen Sabbat ..." (2. Mose 23,12.31,13.)

Büttenrede

"Die Büttenrede geht auf die mittelalterliche Sitte des "Rügerechts" zurück, in dessen Rahmen der einfache Mann zur Fastnachtszeit die Herrschenden ungestraft kritisieren durfte. ... Wird die Bütt einerseits zu mehr oder weniger offener, aber immer lustig formulierter Kritik an den Herrschenden genutzt, so werden andererseits auch ganz normale Witze erzählt. Allerdings hat sich zumindest in Köln in den letzten Jahren eine Gegenbewegung zum etablierten Sitzungskarneval gebildet, welche sich durch eben die Bissigkeit auszeichnet ..." (Wikipedia)

Wie möchtest Du sprechen?

"Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt ..." (Kolosser 4,6)

"Ich sage aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben." (Matthäus 12,36)

Ausgelassenheit auf allen Gebieten

"An Karneval ist es üblich, dass jeder jeden Küssen darf. Da an den Tagen meist auch viel getrunken wird, sinkt die Hemmschwelle." (www.kikisweb.de) "Wer den erschreckenden Zusammenhang von Lebenslust, Sex, Aids und Tod erkennen will, muss an diesen Ort fahren: Salvador da Bahia in Brasilien. Nicht nur zum Karneval, aber am besten dann." (www.zeit.de/2004/09/Salvador)

Welche Einstellung hast Du zur Sexualität?

Sei dem Gebot Gottes gehorsam: "Du sollst nicht ehebrechen!" (2. Mose 20,14)

Nur Treue und Enthaltsamkeit schützen vor Aids!

Eine Warnung für uns alle

Ähnlich ausgelassen und hemmungslos wie im Karneval dürfen wir uns das Götzenfest des König Belsazar vorstellen. Schwester White schreibt dazu:

"Belsazar dachte nicht daran, dass ein unsichtbarer Wächter sein Götzenfest beobachtete. Aber was immer wir sagen oder tun, wird in den Büchern des Himmels festgehalten. Die geheimnisvollen Zeichen, die von der bleichen Hand geschrieben wurden, zeigen, dass Gott immer gegenwärtig ist und dass er durch hemmungsloses Schlemmen und Feiern entehrt wird. Vor Gott können wir nichts verbergen. Der Verantwortung vor ihm können wir uns nicht entziehen.

Wo immer wir sind, und was immer wir tun - wir sind ihm verantwortlich, denn wir gehören ihm, weil er uns erschaffen und erlöst hat. (Manuskript 50, 1893)" (Ein Tempel des Heiligen Geistes, Seite 51)

"Während sündhafte Vergnügen richtigerweise verworfen werden sollen, sollten Eltern, Lehrer und die Leiter der Jugend harmlose Freuden an deren Stelle setzen, durch die Sitten nicht befleckt oder verdorben werden. Schränkt die Jugend nicht unter strenge Regeln ein, durch die sie sich unterdrückt fühlen, ausbrechen und sich auf törichte und zerstörerische Pfade stürzen." (Ellen G. White, Das adventistische Heim, englische Ausgabe, Seite 498)

Ich wünsche Euch allen eine Freude, zu der Jesus JA sagen kann!

Wenn Ihr eine besondere Freude in der Familie oder Gemeinde erlebt, schreibt mir! Vielleicht ist das eine Anregung für uns alle – oder eine Erfahrung für den Sabbatwächter!

Gottes Segen wünschend grüßt Euch recht herzlich,

Ines Müller

Ines Müller, 01. 02. 2009

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